Ibiza (dpa/tmn) –
Die Einheimischen verraten es nur hinter vorgehaltener Hand: Im ganzen Universum gebe es jetzt vermutlich keinen schöneren Ort als ihre Insel. Denn was man während der überfüllten Sommermonate vergeblich sucht, zeigt sich zum Ende der Hochsaison bis weit in den November hinein in seiner ganzen sonnenvergoldeten Pracht.
Wer im Herbst Lust und Luft hat, auf die Baleare zu reisen, macht vieles richtig. Hier unsere Anregungen:
- Auf Ibiza herrscht im Herbst genau der Sommer, den wir lieben, aber selten bekommen: angenehme 22 bis 26 Grad bei klarem Himmel und Sonnenschein. Selbst nachts bleibt es mild, und kaum etwas deutet auf den Herbst hin.
In den grünen, laubfreien Pinienwäldern fallen kaum Blätter. Stattdessen fühlt es sich an, als ginge der Sommer nahtlos weiter. Aber alles ohne erdrückende Hitze, verschwitzte Kleidung oder Warten auf Abkühlung.
- Die Strände sind leer, und das Meer ist noch warm genug zum Baden:
Von Juni bis September sind viele Buchten und Strände hoffnungslos überfüllt. Doch nach der sommerlichen Hochsaison ist bei bestem Beach-Wetter ambiente relajado angesagt – entspannte Atmosphäre: freie Liegen, viel Platz zum Ausbreiten, genügend Parkmöglichkeiten.Das noch sommerwarme Meer hat mit weit über 20 Grad perfekte Plansch-Temperatur. Jetzt ist auch die Gelegenheit, Hotspots wie die Küstenabschnitte und Buchten Cala d’Hort, Cala Bassa oder Cala Comte aufzusuchen. Wo sonst kein Durchkommen ist, bleibt die Anzahl jener, mit denen man sich den feinen Sand und das kristallklare, türkisblau schimmernde Wasser teilen muss, übersichtlich.
- Die schönsten Sonnenuntergänge sind jetzt: Ibizas Sonnenuntergänge sind legendär – zumindest mag man sie so empfinden, wenn man zu Chill-Out-Musik in der Bucht Cala des Moro im berühmten «Café del Mar» einmal einen erlebt hat. Die Plattenfirma Café del Mar Music weiß das zu vermarkten und nennt Serien ihrer Mix-Alben «Sundown Mix» oder «Ibiza Sunset».
Die Untergänge der Herbstsonne sind einen Hauch dramatischer als im Sommer: Zuerst wird die Insel in warmgoldenes Licht getaucht. Wenig später strahlt der Himmel in Flieder und Pink, auch das Meer wirkt vergoldet, bis die Sonne schließlich glühend darin versinkt.
- Hotels und Mietwagen kosten einen Bruchteil: Während die Bettenburgen bereits geschlossen haben, sind die kleinen, feinen Unterkünfte noch lange offen. Die Zimmer kosten oft nur ein Drittel bei gleichbleibendem Service. Dasselbe gilt für Mietwagen.
Beste Wahl: Agrotourismus-Hotels im Inselinneren. Die teilweise luxuriös hergerichteten Farmhäuser bieten zwischen Orangenbäumen und Olivenhainen viel Ruhe, schöne Ausblicke und Frühstück inklusive. Im «Can Pere Sord Agroturismo» etwa kostet die Übernachtung für zwei Personen ab gut 100 Euro, während die Preise dort zur Hochsaison oft mehr als doppelt so hoch liegen. Ein anderes unter den vielen möglichen Beispielen ist das edle Finca-Hotel «Safragell», wo von November bis Januar ab 180 Euro statt 550 Euro im Juli möglich sind.
Wer sich ein Auto leiht, zahlt um die 100 Euro am Tag, wenn die Insel brummt. Zur Off-Season sind Preise von unter 20 Euro am Tag möglich, etwa über Vermittler wie billiger-mietwagen.de oder rentalcars.com. Örtliche Anbieter sind in der Regel teurer. Unabhängig von der Reisezeit sollte man prüfen, ob die Bedingungen zu einem passen, denn bei den Top-Angeboten ist der Versicherungsschutz oft abgespeckt.
Die Restaurants senken die Preise zwar kaum, aber immerhin bekommt man in der Off-Season viel schneller freie Plätze.
- Auf den Hippiemärkten locken Rabatte ohne Gedränge: Dass es auf Ibiza lange keine Hippies mehr gibt, tut der Beliebtheit ihrer Märkte wie Las Dalias (lasdalias.es) oder Punta Arabí (hippymarket.info) keinen Abbruch. In Las Dalias können an einem Samstag im August schon 20.000 Besucher zusammenkommen.
Zum Glück ist das Gedränge der Hochsommerhitze im Herbst vorüber. Es kann bei Live-Musik an den Ständen der Schmuck- und Modedesigner, Künstler, Handwerker oder Vintage-Händler in Ruhe gestöbert werden.
AdvertisementUnd Schnäppchen sind möglich: Da die meisten Händler im Sommer gute Geschäfte gemacht haben, räumen sie Rabatte ein und sind bereit zum Handeln – besonders am letzten Markttag vor der Winterpause, der je nach Markt zwischen Ende Oktober und Anfang November stattfindet.
- Die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite: Dank des zuverlässig niedergehenden Septemberregens erstrahlen die Pinienwälder, Hügel, Wiesen und Gärten im frischen, satten Grün. Es duftet nach Thymian, Rosmarin und Lavendel. Nach der lähmenden Sommerhitze ist jetzt die Zeit für Streifzüge durch Ibizas Natur, von der weite Teile als Naturparks, Naturreservate und weitere Gebiete unter Schutz stehen.
Wanderschuhe an und los! Atemberaubend sind etwa die hohen Klippenpfade rund um das Dorf Santa Agnès de Corona im Inselwesten, mit so manchen Abstiegsmöglichkeiten in versteckte Buchten. Im nördlichen Portinatx startet ein Rundweg entlang der Steilküste, der zum Leuchtturm Far des Moscarter führt, wo sich ein spektakulärer Blick über die zerklüftete Küste und das Mittelmeer eröffnet. Ibiza ist groß genug, um sich auf eigene Faust auf Entdeckungstour zu begeben und klein genug, um nicht verloren zu gehen.
- Ibiza macht aus Halloween ein faszinierendes Spektakel: Die Party ist vorbei? Nicht ganz. Schon früh im Herbst lassen aufwendige Grusel-Dekos an Hauswänden und in Schaufenstern erahnen, dass Halloween hier sehr ernst genommen wird. In den Straßen, Bars und Geschäften im zentral gelegenen Santa Gertrudis de Fruitera beginnt das schaurige Kostüm-Schaulaufen bereits am Nachmittag des 31. Oktober.
Kein Kind, kein Erwachsener kommt ohne Verkleidung. Dazu gibt es bis spät in die Nacht Essen, Spiele, Musik, Autoscooter und Eimer voller Süßigkeiten. Die Liste der Events ist lang. Auch legendäre Clubs wie das «Pikes» öffnen für ihre Halloween-Feten wieder die Tore. Übrigens: Im «Akasha» wird das ganze Jahr über gefeiert, mit top DJs und gut gelaunten Einheimischen. Es heißt, das seien die besten Partys.
Infos:
Anreise: Die regelmäßigen Direktflüge von und zu fast allen deutschen Großstädten hören Ende Oktober auf. Heim geht es dann nur mit Stop-over via Barcelona oder Lissabon.
Unterkünfte, Restaurants-Tipps, Eventkalender und Outdoor-Vorschläge: de.ibiza.travel
