Wiesbaden (dpa) –
Lichtblick im kriselnden Wohnungsbau: Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland hat im August erneut deutlich zugelegt. Insgesamt wurden 20.600 Wohnungen bewilligt, das sind 6,8 Prozent oder 1.300 Genehmigungen mehr als ein Jahr zuvor.
Damit hält der Aufwärtstrend aus dem ersten Halbjahr an, als die Baugenehmigungen um gut 15 Prozent zugelegt hatten – der stärkste Anstieg für ein erstes Halbjahr seit 2016. Die Baugenehmigungen sind ein Indikator für den Kampf gegen Wohnungsmangel und steigende Mieten.
Gute Zahlen, aber wachsende Kosten
Die steigenden Baugenehmigungen nähren die Hoffnung, dass sich die Auftragslage im Wohnungsbau belebt. Erst zuletzt hatte das Ifo-Institut ein besseres Geschäftsklima im Wohnungsbau beobachtet. Allerdings belasten höhere Energiepreise infolge des Iran-Kriegs und gestiegene Zinsen die Bauherren.
Von Januar bis August wurden Baugenehmigungen für 169.400 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden erteilt, wie die Statistiker berichteten. Das waren gut 12 Prozent oder 18.300 mehr als im Vorjahreszeitraum. In neu zu errichtenden Gebäuden wurden von Januar bis August 137.500 Wohnungen genehmigt (plus 12,7 Prozent).
Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um knapp acht Prozent. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen sogar um gut ein Fünftel (21,7 Prozent) zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Behörden 90.600 Neubauwohnungen, 14,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Bundesregierung stockt Förderung auf
In Deutschland fehlen geschätzt mehr als eine Million Wohnungen. Im vergangenen Jahr wurden hierzulande so wenige Wohnungen fertiggestellt wie seit 2012 nicht: 206.600 oder 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Bundesregierung will mit einem «Bau-Turbo» über schnellere Genehmigungen den Wohnungsbau voranbringen. Zuletzt stockte das Bundesbauministerium die Förderung für den Neubau von energieeffizienten Häusern mit dem Standard EH 55 auf.
