Peking (dpa) –
Chinas Wirtschaft ist im dritten Quartal wieder etwas schneller gewachsen und hat die Erwartungen leicht übertroffen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, wie das Statistikamt in Peking mitteilte. Im zweiten Quartal hatte das Wachstum 4,3 Prozent betragen, nach 5,0 Prozent zum Jahresauftakt. Volkswirte hatten für das dritte Quartal mit einem Plus von 4,4 Prozent gerechnet.
Für das Gesamtjahr strebt die chinesische Regierung ein Wirtschaftswachstum von 4,5 bis 5 Prozent an.
Exportboom sorgt für Handelsspannungen
Chinas Wirtschaft entwickelt sich weiterhin sehr unterschiedlich. Vor allem der Außenhandel boomt. In den ersten neun Monaten stiegen die Exporte nach Angaben des chinesischen Zolls in US-Dollar gerechnet um 21,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. China verkaufte Waren für rund 938 Milliarden US-Dollar (rund 834 Milliarden Euro) mehr ins Ausland, als es von dort bezog. Der riesige Handelsüberschuss sorgt zunehmend für Spannungen mit wichtigen Handelspartnern. Vor allem in Europa wächst die Sorge, dass günstige chinesische Produkte heimische Hersteller unter Druck setzen.
Immobilienkrise belastet die Wirtschaft
Im eigenen Land sieht die Lage dagegen deutlich schlechter aus. Viele Verbraucher halten sich mit Ausgaben zurück, auch die Investitionen kommen nur schleppend voran. Ein wichtiger Grund ist die seit Jahren anhaltende Immobilienkrise. Sinkende Wohnungspreise verunsichern die Haushalte, während Bauunternehmen weniger investieren. Auch den Städten fehlt Geld, weil sie mit dem Verkauf von Grundstücksrechten weniger einnehmen. Das belastet die Nachfrage und erschwert eine breitere Erholung der Wirtschaft.
