Casablanca (dpa/tmn) –
Das fleißige Bienchen fliegt bald wieder. Denn knapp zwei Jahre, nachdem Piaggio seine Ape (ital. für «Biene») in Europa vom Markt genommen hat, will Fiat an die Tradition des legendären Liefer-Dreirads anknüpfen und hat dafür den Tris entwickelt. Er basiert auf dem elektrischen Kleinstwagen Topolino, den es auch als Citroën Ami und Opel Rocks gibt. Er wird in Marokko gebaut und ist dort bereits im Handel.
Für das nächste Jahr haben die Italiener jetzt auch den Export nach Europa bestätigt. Die Preise für Deutschland stehen noch nicht fest, dürften aber nach Informationen aus Unternehmenskreisen um die 10.000 Euro liegen und den Tris zu einem der günstigsten Nutzfahrzeuge am Markt machen.
Mofalenker und rund eine halbe Tonne Zuladung
Dafür gibt es ein Dreirad von kaum mehr als drei Metern Länge mit einer Pritsche, die Platz für eine Europalette bietet. Auf die kleine Bank in der Kabine passen hinter dem Mofalenker nur mit Müh‘ und Not zwei Insassen. Die Zuladung liegt bei 540 Kilo und ist damit größer als das Eigengewicht der Konstruktion aus Metallrahmen und Kunststoffkarosserie. Wer empfindliche Güter transportieren will, bekommt laut Fiat auch Bordwände.
Den Antrieb übernimmt eine E-Maschine mit 9 kW/12 PS an der Hinterachse, die aus einem Akku mit 6,9 kWh für eine Normreichweite von 90 Kilometern gespeist wird. Eilig darf man es auf dem Tris allerdings nicht haben. Beim Fahren ist die Höchstgeschwindigkeit auf 45 km/h limitiert, sodass auch 15-Jährige mit der Führerscheinklasse AM ans Steuer dürfen.
Und weil er sich nur an einer Haushaltssteckdose mit maximal 1,6 kW laden lässt, dauert es 3,5 Stunden, bis ein leerer Tris-Akku wieder zu 80 Prozent voll ist.
