Leimen (dpa) –
Der Bundesverband Deutscher Gewichtheber (BVDG) hat die Vergabe der WM 2030 nach Russland kritisiert. «Russland führt seit Februar 2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Vor diesem Hintergrund sendet die Entscheidung, bereits heute eine Weltmeisterschaft nach Russland zu vergeben, aus Sicht des BVDG ein problematisches sportpolitisches Signal», teilte der Verband mit. Solange der Krieg andauere und Grundrechte eingeschränkt seien, setze «die jetzige Vergabe ein verfrühtes Signal der Normalisierung». Durch mögliche Boykotte drohe zudem «politische Spaltung, anstatt eine erhoffte völkerverbindende Wirkung».
Verband: Schutz der Athletinnen und Athleten an erster Stelle
Am Sonntag hatte der Weltverband IWF am Rande der aktuellen Weltmeisterschaften in China verkündet, die WM im Jahr 2030 in Moskau austragen zu wollen. In der von Russland angegriffenen Ukraine wurde diese Entscheidung sofort kritisiert. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums begrüßte die Entscheidung.
Der BVDG betonte in seiner Mitteilung, dass er unverändert solidarisch an der Seite des ukrainischen Volkes und der ukrainischen Sportlerinnen und Sportler stehe. Der Schutz der Athletinnen und Athleten stehe an erster Stelle. «Die Weltmeisterschaften finden erst in vier Jahren statt. Bis dahin können sich sowohl die politischen als auch die sportpolitischen Rahmenbedingungen erheblich verändern. Der BVDG wird daher zu gegebener Zeit und unabhängig von der heutigen Situation eine umfassende Neubewertung vornehmen», hieß es.
