Planegg (dpa) –
Als es um das nahende Ende ihrer Dopingsperre ging, kämpfte Victoria Carl mit den Tränen. Die Langlauf-Olympiasiegerin schnaufte einmal tief durch, nahm sich einen Moment Pause und sagte: «Ich hoffe, dass ich genauso stark in den Weltcup zurückkomme, wie ich vorher war. Aber ich weiß es einfach nicht. Es wird ganz doll schwer für mich, wieder in das Wettkampfgeschehen reinzukommen.»
Mit einem Interview für den schwedischen Sender SVT hat die 31-Jährige ihr langes öffentliches Schweigen gebrochen und einen Einblick in ihr Seelenleben gewährt. «Ich habe dem Arzt einfach zu sehr vertraut und bin extrem wütend auf mich selbst, weil ich ihm zu sehr vertraut habe und nicht noch einmal nachgefragt habe, ob wir es überhaupt einnehmen durften», schilderte Carl.
Olympia aus Selbstschutz nicht verfolgt
Bei einer Kontrolle außerhalb des Weltcups war Carl im Frühjahr 2025 positiv auf die verbotene Substanz Clenbuterol getestet worden. Das Medikament wird in erster Linie zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma eingesetzt.
Die folgende Sperre kostete Carl auch die Teilnahme an Olympia. «Um mich selbst zu schützen, habe ich die Olympischen Spiele überhaupt nicht verfolgt», sagte die Sportlerin, deren Sperre am 25. November dieses Jahres ausläuft. Bei den Winterspielen 2022 hatte Carl in Peking an der Seite von Katharina Hennig noch Gold im Teamsprint gewonnen. Carl hat die Fragen des schwedischen Senders auf Deutsch beantwortet.
