Uncategorized

«Ninja Warrior Germany»: Neue Kräfte, alter Köppen

Köln (dpa) –

Jan Köppen kennt das Gefühl, irgendwo der Neue zu sein. Im RTL-Dschungelcamp beerbte er einst als Moderator Daniel Hartwich, in der Datingshow «Take Me Out» folgte er auf Ralf Schmitz. Umso auffälliger ist es, dass es nun einmal andersherum läuft. «Jetzt bin ich endlich mal die Konstante in einer Show!», jubelt Köppen. Gemeint ist: «Ninja Warrior Germany».

Die Spring-und-Kletter-Show, die am Freitag (2.10., 20.15 Uhr, RTL, vorab auf RTL+) startet, präsentiert in ihrer neuen Staffel wieder allerhand kleine und große Änderungen an ihren Hindernisparcours – noch schneller, noch härter, noch schwieriger. 

Advertisement

Doch zuerst dürfte Zuschauern die Veränderung beim Begleitpersonal auffallen. Kommentator Frank «Buschi» Buschmann und Reporterin Laura Wontorra, die seit der ersten «Ninja Warrior»-Staffel dabei waren, haben sich verabschiedet. Buschmann sagte zum Abschied, er habe zuletzt «eine Form von Müdigkeit» gespürt.

Für neuen Verve sollen nun Kommentator Wolff Fuss und Sportmoderatorin Anna Fleischhauer sorgen, die in die frei gewordenen Plätze klettern.

Plötzlich der alte Hase

Verblieben aus dem Ursprungstrio ist somit einzig Jan Köppen. Der gibt zu, dass das alte Line-up schon etwas Besonderes gewesen sei. «Natürlich waren wir ein sehr eingespieltes Trio, das diese Sendung von Tag eins an miterleben durfte», sagt er der dpa. «Das hat über all die Jahre unglaublich zusammengeschweißt.»

Advertisement

Aber in der neuen Konstellation habe es von Anfang an «einen tollen Flow» gegeben. «Wir waren unter anderem alle zusammen als Team essen und haben bis heute eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe», berichtet Köppen über die Annäherung. Auch gab es einen gemeinsamen Besuch bei der Tanzshow «Let’s Dance». Was Köppen als «RTL-Teambuilding-Maßnahme» bezeichnet.

«Ich finde, unsere Konstellation spiegelt eigentlich die Kandidaten sehr gut wider. Da gibt es die erfahrenen Ninja-Veteranen und die jungen Teilnehmer, die zum ersten Mal dabei sind», sagt Anna Fleischhauer, die Neue. «Wir sind ein bisschen wie die Kandidaten im Parcours selbst.»

Advertisement

Fuss, einer der meistbeschäftigten Fußball-Kommentatoren des Landes, hat bereits gewisse Unterschiede zu seinem eigentlichen Kerngeschäft festgestellt – etwa, dass man bei «Ninja Warrior» auch mal deutlich hemmungsloser kalauern darf. «Wenn ein Kandidat beispielsweise Becker heißt und/oder Bäcker ist, dann fliegen die Bäckerwortspiele.»

Am eigentlichen Spielprinzip ändert «Deutschlands härtester TV-Parcours» (RTL) allerdings nichts. Kandidatinnen und Kandidaten müssen mehrere extrem anspruchsvolle Hindernisse hinter sich lassen, um viel Geld zu gewinnen. Wer es vermasselt, landet im Wasser.

Noch höher, noch härter

Allerdings gibt es auch ein paar Neuerungen. RTL verspricht unter anderem Hindernisse, die «weltweit erstmals bei „Ninja Warrior“ zum Einsatz kommen». Auch die sogenannte Mega-Wand – ohnehin schon ein ziemlich einschüchterndes Gerät – lege noch einmal zu und erreiche in diesem Jahr «eine noch nie dagewesene Rekordhöhe». 

Advertisement

Am Modus wurde ebenfalls getüftelt. Erstmals entscheidet am Ende jeder Vorrunde ein zusätzlicher «Ninja-Speed-Duell-Parcours» über ein direktes Finalticket. Im Finale sind 300.000 Euro zu holen.

«Ninja Warrior Germany» ist über die Jahre zu einer Säule im RTL-Programm geworden. Inspiriert wurde die deutsche Variante von einer Show aus Japan, die es dort schon seit 1997 gibt. 

Manch einer sieht die Show in der Tradition von Klassikern wie «Spiel ohne Grenzen» mit Camillo Felgen oder – Stichwort Japan – «Takeshi’s Castle», einer Sendung, bei der Kandidaten auf möglichst irrsinnige Weise versuchten, eine ausgedachte Burg zu erobern. 

Die Erben von «Spiel ohne Grenzen»

Albern ist «Ninja Warrior Germany» allerdings nur bedingt. Die Athletinnen und Athleten gehen in der Regel sehr fokussiert an ihre Aufgabe – man muss auch ordentlich trainieren, will man auch nur drei Meter weit kommen.

Mittlerweile hat sich rund um das Format eine Art eigenes Ökosystem entwickelt. Promis kommen vorbei, Kinder bekommen ihre eigene Variante, und erfolgreiche Ninjas können anschließend bei anderen RTL-Formaten auftauchen. Etwa als Kandidat bei «Let’s Dance».

Neu-Kommentator Fuss sieht das alles bereits in einem viel größeren Kontext. «Die Kids sehen vor dem Fernseher, dass man im Leben etwas schaffen kann, wenn man sich akribisch darauf vorbereitet und einfach daran teilnimmt», sagt er. Vielleicht sei das eine Art Auftrag. «Zeigen, dass es eben nicht nur an der Spielekonsole geht, sondern dass man durch Bewegung etwas aus sich herausholen kann, von dem man zunächst nicht dachte, dass es der eigene Körper zu leisten imstande ist.»

So klingt niemand, der mit seinem neuen Job fremdelt.