Berlin (dpa/tmn) –
Passend gekleidet macht Wandern am meisten Freude. Für so manchen Outdoor-Enthusiasten ist daher ein Merino-Shirt als «Base Layer», also als erste Stoffschicht auf der Haut, ein Muss.
Warum ausgerechnet Merino? Weil die Wolle, die vom gleichnamigen Schaf stammt, jede Menge willkommener Eigenschaften mitbringt. Sie ist atmungsaktiv und reguliert die Temperatur besser als zum Beispiel Baumwolle.
Und toll bei mehrtägigen Wandertouren, bei denen man zwischendurch nicht zum Waschen kommt: In Merinowolle setzt sich kein Schweißmief fest. Einmal ausgelüftet, kann man das Teil ohne «Bäh!»-Gefühl am nächsten Tag wieder anziehen. Nachteil: Die Stücke aus Merino sind oft teurer als Funktionsshirts aus synthetischen Materialien.
Welche Shirts aus Merinowolle sind wirklich gut? Die Stiftung Warentest hat zwölf Funktionsshirts – sechs aus reiner Merinowolle, sechs aus Merino-Mischgeweben – geprüft (Ausgabe 10/2026). Wie gut überzeugen die Kleidungsstücke etwa mit Blick auf Geruchshemmung, Trocknung, Verschleiß und Passform?
Die beiden Testsieger kosten jeweils 90 Euro
Zwei Shirts teilen sich mit der Note 1,9 den Testsieg:
- «Merino 200 Base Layer T-Shirt» von Odlo (reine Merinowolle)
- «150 Cool Brand TS» von Ortovox (Mischgewebe aus Merino, Lycoll und Polyamid)
Beide Testsieger sind für jeweils 90 Euro zu haben. Es geht aber auch günstiger – und fast genauso gut. Preistipp der Stiftung Warentest ist das Shirt «Lauparen Merino 190 Base Tee» von Devold, das 60 Euro kostet (Note 2,4).
Dieser Hersteller kann beim Punkt «Unternehmensverantwortung» von allen am meisten überzeugen. So konnte er gegenüber den Warentestern unter anderem belegen, dass das Shirt aus mulesingfreier Merinowolle besteht.
Was ist Mulesing? Bei dieser umstrittenen Praxis werden jungen Schafen Hautfalten am Hinterteil entfernt, um sie vor Fliegenbefall zu schützen. Oft erfolgt dieser Eingriff der Stiftung Warentest zufolge ohne eine ausreichende Betäubung.
Reine Merinowolle oder lieber ein Material-Mix?
Wer sich ein Merino-Funktionsshirt zulegen will, steht vor der Frage: reine Wolle oder Mischgewebe, das auch Chemiefasern enthält? Als kleine Entscheidungshilfe dienen diese Erkenntnisse aus dem Warentest:
- Reine Merinowolle nimmt im Vergleich weniger Schweißgeruch auf. Teile daraus müssen daher seltener gewaschen werden als Mischgewebe.
- Mischgewebe hingegen trocknen schneller. Hat man geschwitzt, kühlt man darin also weniger schnell aus als in reiner Merinowolle.
Apropos Temperaturregulierung: Damit die optimal funktioniert, sollte man bei Outdoor-Aktivitäten auf den Zwiebellook setzen. Heißt: Über das Merino-Shirt als «Base Layer» kommt ein Fleece, darüber eine regendichte Jacke. Vorteil dieses Schichtsystems: Verändern sich die Bedingungen, kann man schnell reagieren – und Schichten ablegen bzw. anziehen.
So bleiben Merino-Shirts lange schön
Was genau es auch gekostet hat: Wer sich ein Merino-Shirt zugelegt hat, will davon möglichst lange etwas haben. Die wichtigste Regel für eine gute Pflege lautet daher: das Shirt nicht nach jedem Tragen direkt in die Wäsche werfen. Oft reicht es für mehr Frische schon aus, das Teil über Nacht auszulüften.
Ist doch Zeit für einen Waschgang in der Maschine gekommen, sollte man ein Wollwaschmittel verwenden – und einen Schon- oder Wollwaschgang einstellen bei maximal 30 bis 40 Grad. Die Trommel sollte maximal zu einem Viertel gefüllt werden, raten die Warentester. So lässt sich vermeiden, dass die Fasern durch zu viel Reibung verfilzen.
Endet die Outdoor-Saison und wandern die Shirts wieder hinten in den Schrank, sollte man sie vorher unbedingt einmal waschen, also nicht nur auslüften. An getragener Kleidung haften nämlich Gerüche, die Kleidermotten anziehen können.
