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Pogacar spricht über Leidenszeit: «Froh, am Leben zu sein»

Monaco (dpa) –

Gebrochene Wirbel, quälender Schwindel und Zukunftssorgen: Rund zwei Monate nach seinem schweren Sturz bei der Spanien-Rundfahrt hat der slowenische Rad-Superstar Tadej Pogacar emotionale Einblicke in seine Leidenszeit gegeben.

«In den ersten zwei Wochen ging es mir psychisch wirklich nicht gut. Ich war total niedergeschlagen. Es machte keinen Spaß, mit mir zusammen zu sein», sagte der 28-Jährige in einem Interview des Sportportals «The Athletic». Er sei «total deprimiert» gewesen und habe nichts mehr gespürt.

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Teilweise brauchte er selbst bei den einfachsten Alltagsdingen Unterstützung. «Ich konnte nicht selbst duschen. Mir wurde schwindelig, sobald ich aufstand oder den Kopf nach unten neigte. Ich war einfach völlig neben mir, und es war so schwer», berichtete Pogacar.

Weitere Wirbelbrüche erst Wochen später entdeckt

Pogacar hatte im Sommer zum fünften Mal die Tour de France gewonnen. Bei der darauffolgenden Spanien-Rundfahrt, die er bislang noch nie für sich entscheiden konnte, war er schwer gestürzt und hatte ein gebrochenes linkes Schlüsselbein sowie eine Gehirnerschütterung erlitten – so zumindest die erste Diagnose.

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Doch erst Wochen nach dem Unfall wurde das ganze Ausmaß seiner Verletzungen deutlich. «Vor zwei Wochen war ich in Slowenien und habe mich einer weiteren CT-Untersuchung unterzogen. Ich wusste, dass ich eine C7-Fraktur hatte, aber dann stellten wir fest, dass ich zwei weitere gebrochene Wirbel hatte. Ich bin einfach nur froh, am Leben zu sein, oder überhaupt noch stehen zu können», berichtete der zweimalige Weltmeister. Eine C7-Fraktur beschreibt einen Knochenbruch des siebten Halswirbels.

«Ein bisschen beängstigend»

Inzwischen geht es dem Ausnahmefahrer deutlich besser. «Ich habe keine Beschwerden mehr», sagte Pogacar, der sich mit Radfahren, Joggen oder Schwimmen fit hält. Allerdings müsse er weiterhin vorsichtig sein, insbesondere beim Heben schwerer Gegenstände. 

«Alle sagen, ich hätte Glück gehabt», berichtete Pogacar. Je mehr er jedoch über seine Verletzungen erfahren habe, desto bewusster sei ihm deren Schwere geworden. «Es ist ehrlich gesagt ein bisschen beängstigend, darüber nachzudenken.»

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Pogacar: «Diese Unfälle häufen sich»

Zugleich übte der Slowene Kritik an den Sicherheitsbedingungen im Radsport. «Diese Unfälle häufen sich», sagte Pogacar und forderte die Rennveranstalter auf, gefährliche Straßenabschnitte und Hindernisse vor allem im Zielbereich konsequenter zu vermeiden. «Wir müssen schlechte Oberflächen und Kurven auf den letzten 500 Metern, Schlaglöcher, Bremsschwellen und Kreisverkehre vermeiden», appellierte der Radstar.