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Reifenwechsel: So kriegen Sie das alleine sicher hin

Berlin (dpa/tmn) –

Klar, noch scheinen Eis und Schnee weit weg, doch bald dürften die Temperaturen sinken – die Winterreifenzeit rückt näher. Manche fahren vielleicht Ganzjahresreifen, manche haben die Pneus in der Werkstatt des Vertrauens eingelagert und lassen wechseln. Doch wer die Räder selbst wechseln möchte, sollte ein paar Sicherheitstipps vom Auto Club Europa (ACE) beachten – Rädertausch in sechs Schritten.

1. Passendes Werkzeug bereitlegen und den richtigen Platz wählen

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Für den Radwechsel werden benötigt: 

  • ein geeigneter Wagenheber
  • ein Radmutternkreuz
  • ein Drehmomentschlüssel mit passendem Steckschlüsselaufsatz
  • das Handbuch des Autos
  • Unterstellböcke sind notwendig, Unterlegkeile sinnvoll

Wichtig: einen geeigneten Ort für den Wechsel suchen, nicht jeder hat einen eigenen Hof oder eine Garageneinfahrt. Der Wechsel muss auf einer ebenen, festen Fläche erfolgen. Und die Stelle darf nicht abschüssig sein. Auch stark befahrene Straßen scheiden logischerweise für solche Tätigkeiten aus Sicherheitsgründen aus.
 

2. Reifen und Felgen sorgfältig prüfen

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Bevor die Winterräder montiert werden, sollte man Felgen und Reifen auf Risse, Ausbeulungen, starke Schäden, Verformungen und übermäßigen Rost kontrollieren. Ist noch genug Reifenprofil vorhanden? Der Gesetzgeber fordert mindestens 1,6 Millimeter – der ACE rät bei Winterreifen zu mindestens 4 Millimetern für eine größere Sicherheitsreserve.

Wie alt sind die Reifen? Vielleicht zu alt? Das lässt sich an der vierstelligen DOT-Nummer an der Flanke herausfinden (etwa «1623» für 16. Woche des Jahres 2023). Reifen sollten nicht älter als sechs bis maximal zehn Jahre sein, so der ACE, denn das Material altert.

Dann auch noch auf möglicherweise fehlende Auswuchtgewichte achten. Denn dann ist ein erneutes Auswuchten einer Werkstatt nötig. Ob sie fehlen, lässt sich auch oft an einer zitternden Lenkung erkennen.
 

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3. Fahrzeug gegen Wegrollen sichern

Vor dem Aufbocken des Fahrzeugs mit dem Wagenheber wird die Hand- beziehungsweise Feststellbremse angezogen. Zusätzlich sollte das Auto mit Unterlegkeilen gegen Wegrollen gesichert werden, falls eine komplette Fahrzeugseite angehoben werden soll. Dann werden die Radschrauben zunächst etwa eine halbe Umdrehung gelöst. Erst danach wird das Auto angehoben.

Ein Bordwagenheber darf nur an den vom Hersteller vorgesehenen Aufnahmepunkten angesetzt werden. Wer einen Rangierwagenheber nutzt, sucht sich eine geeignete stabile Aufnahmestelle am Auto. Das kann beispielsweise am Achsträger sein. Zwischen Wagenheber und Fahrzeug kann ein Gummischoner Beschädigungen vermeiden. Dann anheben. Bevor nun die Schrauben gelöst werden, das angehobene Fahrzeug unbedingt mit Unterstellböcken absichern, so der ACE.
 

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4. Räder richtig zuordnen und montieren

Die abgenommenen Räder sollten mit ihrer bisherigen Position markiert werden, zum Beispiel mit «VR» für «Vorne Rechts». Bei laufrichtungsgebundenen Reifen muss der Pfeil auf der Reifenflanke in die richtige Drehrichtung zeigen. Das Reifenpaar mit dem besseren Profil gehört immer auf die Hinterachse, weil diese für die Spurführung wichtig ist. Das gilt laut ACE unabhängig davon, ob das Auto Front- oder Hinterradantrieb hat.

Bevor die neuen Räder draufkommen, sollte man etwaigen Rost und Schmutz an Radnaben, Bremsscheiben beziehungsweise -trommeln, Schrauben und Auflageflächen mit einer Handdrahtbürste wegmachen. Denn Verunreinigungen zwischen Rad und Auto könnten das spätere Lösen der Radschrauben begünstigen.
 

5. Radschrauben zunächst nur handfest anziehen

Nach dem Aufsetzen des Rades werden die Radschrauben oder Radmuttern zunächst von Hand angesetzt. Ganz wichtig: Sie dürfen weder gefettet noch geölt werden. Anschließend werden sie über Kreuz mit dem Radkreuz angezogen – aber zunächst nur handfest.

Bevor die Schrauben endgültig festgezogen werden, muss das Auto wieder ganz auf dem Boden stehen. Dann prüfen: 

  • Wie hoch muss das Drehmoment für das Anziehen der Radmuttern sein?
  • Den Vorgaben entsprechend anziehen.
  • Stimmt der Reifendruck?

Bei Autos mit Reifendruckkontrollsystem muss der Radwechsel je nach System bestätigt oder der neue Radsatz angelernt werden. Gibt es eine andauernde Fehlermeldung kann das laut ACE auf defekte Sensoren oder leere Sensorbatterien hinweisen.

Wichtig: Nach etwa 50 Kilometern sollten die Radschrauben nochmals kontrolliert und nachgezogen werden.