Stuttgart (dpa/tmn) –
Der Sommer ist längst vorbei, der Herbst nimmt volle Fahrt auf. Wer nun die Vögel vor der Tür bei der Futtersuche unterstützen möchte, sollte auf die richtige Futterauswahl und einen geeigneten Futterspender achten. «Sonnenblumenkerne, mit oder ohne Schale, sind ein gutes Basisfutter und bei vielen Arten beliebt», heißt es vom Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg. Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Meisen mögen auch Mischungen mit verschiedenen Körnern und Samen.
Meisenknödel bestehen aus Samen und Fett. Sie sollten laut Nabu Baden-Württemberg in einem extra Knödelspender aufgehängt werden statt in einem Plastiknetz. «Amseln und Rotkehlchen lieben Äpfel, Rosinen und Haferflocken oder Weichfuttermischungen», heißt es weiter.
No-Gos beim Vogelfüttern
Auf Speisereste oder Brot sollte man hingegen unbedingt verzichten und den Tieren nur trockenes und frisches Futter anbieten. Die Körner müssten außerdem frei von Samen der Allergien auslösenden Ambrosia-Pflanze sein.
«Wer das Vogelfutter nicht im Fachhandel, sondern im Bau- oder Gartenmarkt besorgt, sollte auf eine Empfehlung der Naturschutzverbände achten sowie möglichst regional und „Bio“ kaufen», rät der Nabu Baden-Württemberg. Denn eine naturverträgliche Bewirtschaftung helfe, Lebensräume für gefährdete Agrarvögel zu schützen.
Was gegen Vogelhäuschen spricht
Zudem empfiehlt der Verein Silo-Futterspender. Diese könne man leicht in Ordnung halten und auffüllen. «Die Körner sind darin vor Kot, Wind und Wetter besser geschützt als im offenen Futterhäuschen.»
Den Futterspender sollte man so aufhängen, dass Katzen nicht drankommen. Bäume oder Büsche in der Nähe dienten den Vögeln als Rückzugsmöglichkeit. Gut sei auch ein wettergeschützter Platz unter einem Dach – mit ausreichend Abstand zu Glasscheiben, sodass die Vögel nicht dagegen fliegen.
Damit sich unter dem Futterspender nicht so viel Dreck sammelt, kann man demnach ab und zu den Standort wechseln. «Ein klassisches Vogelhäuschen mit Futterbrett muss täglich ausgefegt und alle ein bis zwei Wochen mit heißem Wasser und einer Bürste gereinigt werden.» Dann hätten Krankheitskeime kaum Chancen, sich unter den Vögeln auszubreiten.
Wann ist Fütterzeit?
«Klassischerweise ist etwa zwischen November und Ende Februar die Futterstelle eröffnet», so Nabu-Ornithologe Stefan Bosch. Am besten füttere man dann, wenn es wirklich kalt sei sowie Frost und Schnee die Futtersuche in der Natur erschwerten. «Nach einem Kälteeinbruch kommen oftmals verstärkt Vögel ans Futterhaus und es lassen sich die ersten Wintergäste aus dem Norden, wie Erlenzeisig und Bergfink, dort beobachten.»
Das Füttern trage allerdings nicht zum Arten- oder Naturschutz bei, stellte der Fachmann klar. «Die Fütterung hilft meistens nur den zehn bis fünfzehn häufigsten Arten, die nicht gefährdet sind und Körner fressen.»
