Vermischtes

Beutekisten und Kleinvieh: In-App-Käufe können teuer werden

Berlin/Hamburg (dpa/tmn) –

Zusätzliche Inhalte, Abos oder digitale Items – all das kann man innerhalb vieler Apps direkt auf dem Smartphone oder Tablet erwerben. Es geht um In-App-Käufe, einen Markt, der boomt.

Nach Zahlen des Digitalverbands Bitkom hatte der deutsche App-Markt hierzulande 2025 ein Umsatz-Volumen von 2,2 Milliarden Euro. Neben Abos und Werbung machen In-App-Käufe hier den mit Abstand größten Umsatzanteil im Smartphone-Ökosystem aus. Sechs Fragen und sechs Antworten rund ums Thema:

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1. Was genau sind In-App-Käufe?

«In-App-Käufe sind Käufe digitaler Inhalte, die direkt innerhalb einer App getätigt werden», sagt Bitkom-Expertin Friederike Michael. Die App selbst kann kostenlos oder kostenpflichtig sein. Zusätzliche Inhalte, Funktionen oder Dienste erwerben Nutzende dann direkt in der Anwendung. Dafür müssen sie die App nicht verlassen, sondern schließen den Kauf über das hinterlegte Zahlungssystem ab.

In-App-Käufe sind nach Angaben von Laura Luise Schneider von der Verbraucherzentrale Hamburg vor allem bei Spielen auf Smartphones und Tablets verbreitet. Nutzende können darüber virtuelle Gegenstände, Spielwährungen, Zusatzfunktionen oder schnellere Fortschritte erwerben.

Bei Spielen ist häufig von sogenannten In-Game-Käufen die Rede, so Schneider. Gemeint sind Käufe innerhalb eines Spiels – unabhängig davon, ob Nutzerinnen und Nutzer dieses auf dem Smartphone, Computer oder an der Konsole spielen.

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2. Was ist über In-App-Käufe erhältlich?

Über In-App- oder In-Game-Käufen sind laut Schneider unter anderem zu haben:

  • Premiumfunktionen oder werbefreie Versionen
  • Virtuelle Währungen wie Münzen, Diamanten oder Gold
  • Neue Spielfiguren, Skins oder Ausrüstungen
  • Zusatzlevel oder Erweiterungen
  • Kürzere Wartezeiten und schnellere Fortschritte

3. Wie läuft ein In-App-Kauf ab?

In der Regel lösen Nutzende den Kauf direkt in der App aus, wie Friederike Michael sagt. Das geschieht zum Beispiel durch Tippen auf einen Button wie «Kaufen», «Freischalten» oder «Abo starten». Je nach Einstellung wird der Kauf per Passwort, Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Gerätecode bestätigt.

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Voraussetzung, um einen In-App-Kauf tätigen zu können, ist laut Laura Luise Schneider in der Regel ein Benutzerkonto im jeweiligen App-Store sowie ein hinterlegtes Zahlungsmittel. Das kann etwa eine Kreditkarte, PayPal oder die Mobilfunkabrechnung sein. Die Abrechnung für den getätigten Kauf erfolgt anschließend automatisch über den jeweiligen App-Store.

4. Was sind Vorteile von In-App-Käufen?

«In-App-Käufe geben Nutzerinnen und Nutzer mehr Flexibilität», sagt Friederike Michael. Viele Apps lassen sich zunächst kostenlos herunterladen oder ausprobieren. Erst wenn zusätzliche Funktionen, Inhalte oder Services gewünscht sind, fällt eine Zahlung an. So können Verbraucherinnen und Verbraucher selbst entscheiden, welche Leistungen sie tatsächlich nutzen und bezahlen möchten.

5. Wo lauern Risiken und Fallen bei In-App-Käufen?

«Die größten Risiken liegen in versteckten oder häufigen Kleinstkäufen», sagt Laura Luise Schneider. Viele Spiele setzen gezielt psychologische Anreize ein, um zu Ausgaben zu motivieren. Dazu gehören:

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  • Dauerhafte Hinweise auf Sonderangebote
  • Zeitlich begrenzte Aktionen mit Countdown
  • Belohnungen fürs tägliche Einloggen
  • Kaufaufforderungen während des Spiels
  • Vorteile gegenüber anderen Spielern gegen Bezahlung

Vor allem bei Kindern und Jugendlichen können sich unbemerkte Ausgaben schnell summieren, so Schneider. Häufig wird die tatsächliche Kostenhöhe unterschätzt. Virtuelle Währungen erschweren zusätzlich den Bezug zu echtem Geld.

Generell sollten Eltern aufpassen, wenn Kinder Apps verwenden. «Hier empfiehlt es sich, Kaufbestätigungen, Passwortabfragen oder Familienfreigaben zu aktivieren», rät Friederike Michael.

Laut Verbraucherschützerin Laura Luise Schneider sind sogenannte Lootboxen (Beutekisten) besonders kritisch. Ihr Inhalt wie etwa virtuelle Waffen oder Rüstungen für ein Game ist zufallsbasiert. Nutzerinnen und Nutzer kaufen daher oft mehrfach – in der Hoffnung, endlich den gewünschten Inhalt zu erhalten.

Auch Datenschutzrisiken bestehen, wie Schneider sagt. Denn viele Apps erfassten umfangreiche Nutzerdaten oder verlangten weitreichende Zugriffsrechte. «Hinzu kommt, dass Kaufbestätigungen nicht immer im regelmäßig genutzten E-Mail-Konto eingehen und Ausgaben dadurch erst verspätet auffallen», so Schneider.

6. Kann man In-App-Käufe auch deaktivieren?

«Ja, In-App-Käufe lassen sich in der Regel einschränken oder deaktivieren», sagt Friederike Michael. Dafür gibt es auf Smartphones und Tablets Einstellungen im jeweiligen Betriebssystem. Genaue Anleitungen halten die Verbraucherzentralen online bereit.

Schneider empfiehlt generell, Schutzmechanismen zu aktivieren und keine dauerhaften Zahlungsdaten zu hinterlegen. Alternativ können Nutzerinnen und Nutzer mit Guthabenkarten arbeiten.

Eltern sollten regelmäßig prüfen, welche Zahlungsarten hinterlegt sind und welche Beschränkungen gelten. Bei ungewollten Käufen, vor allem durch Minderjährige, ist es Schneider zufolge wichtig, schnell zu reagieren und den jeweiligen App-Store oder Anbieter zu kontaktieren. «Die großen Plattformen zeigen sich in der Praxis häufig kulant», so die Verbraucherschützerin.