Wien (dpa) –
Nach dem ersten kleinen Rückschlag als feststehende Nummer eins der Welt blieb Alexander Zverev nicht viel Zeit zur Frustbewältigung. Schon in dieser Woche geht es für Deutschlands Tennisstar beim Masters-1000-Event in Paris weiter, das Halbfinal-Aus beim Turnier in Wien gegen den Australier Alex de Minaur musste Zverev daher schnell abhaken.
Schließlich hat der 29-Jährige, der an diesem Montag erstmals in seiner Karriere die Weltrangliste anführen wird, in diesem Jahr noch ein großes Ziel: den Titel im Davis Cup mit der deutschen Mannschaft. Ein Triumph bei der Endrunde in Bologna vom 24. bis 29. November würde seine Traum-Saison mit den Grand-Slam-Triumphen in Paris und New York und dem Sprung auf den Tennis-Thron endgültig krönen.
Zverev setzt auf Struff
«Der Davis Cup wäre der Wahnsinn», sagte Zverev, der dafür aber auf Unterstützung angewiesen ist. Ein starkes Doppel hat das deutsche Team mit Kevin Krawietz und Tim Pütz bereits, woran es zuletzt mangelte, war eine verlässlich punktende Nummer zwei. Doch auch da gibt es Hoffnung: Jan-Lennard Struff läuft zum Jahresende noch einmal zur Höchstform auf.
Nachdem der 36 Jahre alte Warsteiner zuletzt beim Turnier in Brüssel bereits das Finale erreicht hatte, trumpfte er auch in Basel groß auf und besiegte im Achtelfinale Rekord-Grand-Slam-Champion Novak Djokovic. Im Halbfinale gegen den Tschechen Jiri Lehecka hatte Struff sogar einen Matchball, ehe er sich doch in drei Sätzen geschlagen geben musste.
«Ich hoffe, dass Struffi weiter so gut spielt und dass das nicht wieder die eine Woche ist, wo er geisteskrank spielt und dann wieder sechs Wochen kein Match gewinnt», hatte Zverev scherzend bereits nach Struffs Sieg gegen Djokovic gesagt. «Das wäre etwas schade. Wenn das nicht so ist, freue ich mich sehr, die beste Nummer zwei der Welt in einem Mannschaftswettbewerb zu haben. Das wäre schon sehr hilfreich.»
Zverev klagt über Bälle
Als wenig hilfreich empfand Zverev im Wien-Halbfinale gegen de Minaur die Bedingungen. «Die Bälle und der Belag waren unfassbar langsam», monierte die neue Nummer eins der Welt nach dem 4:6, 6:1 und 6:7 (4:7) gegen de Minaur, wodurch er das Traumfinale gegen den Spanier Carlos Alcaraz verpasste. «Glaubst du, es ist normal, bei einem Tennisturnier mit diesen Bällen zu spielen?», fragte Zverev den Unparteiischen und hielt ihm die Filzkugel vors Gesicht.
Nach einer langen Saison und dem emotionalen Sprung auf Platz eins war Zverev die Müdigkeit schon etwas anzumerken. Weshalb er sich nach Paris, den ATP Finals in Turin und der Davis-Cup-Endrunde in Bologna zum Abschluss auch auf den Urlaub auf den Malediven freut.
Anders als zuletzt wird Zverev danach die neue Tennis-Saison nicht beim United Cup beginnen. «Ich spiele keinen United Cup, weil es einfach unmöglich ist für mich. Weil dann könnte ich aus dem Urlaub quasi direkt nach Australien fliegen», sagte Zverev.
