Sport

Nach Zulassung Russlands: DEB und Weltverband vor Problemen

Düsseldorf (dpa) –

Das Mega-Freiluftevent auf Schalke ist ausverkauft, der Deutsche Eishockey-Bund erhofft sich einen Millionengewinn. Doch ob die WM im kommenden Mai wirklich wieder in Deutschland stattfindet, ist unsicher. Gut sieben Monate vor der ersten Heim-Weltmeisterschaft seit neun Jahren hat den DEB und den Weltverband IIHF die befohlene Zulassung Russlands kalt erwischt.

«Ich möchte keine Schwarzmalerei betreiben. Ich möchte auch nicht die Weltmeisterschaft infrage stellen. Aber natürlich müssen wir uns als DEB auch mit der Option befassen, dass wir diese Weltmeisterschaft zurückgeben», sagte der DEB-Vorstandsvorsitzende Frank Lutz am Wochenende bei MagentaSport zu den möglichen Folgen des überraschend deutlichen Urteils des Internationalen Sportgerichtshofes Cas.

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Weltverband berät Montag

Der entschied am Freitag, dass die zuvor wegen des andauernden Krieges mit der Ukraine genannten russischen Auswahlteams wieder an Weltmeisterschaften teilnehmen sollen. «Und dass es so umfangreich, so schnell umgesetzt werden muss, das war schon überraschend», sagte der frisch gewählte IIHF-Präsident Franz Reindl in einem ran-Interview. 

Am Montag will die IIHF-Spitze über das weitere Vorgehen beraten. Die Männer-WM im Mai ist das Eine, vorher stehen aber andere Turniere an, bei denen eine komplette Organisation vor quasi unlösbaren Aufgaben steht. «Das naheliegendste Turnier ist jetzt die U20-WM und was die kanadische Regierung gesagt hat … das ist ja noch kein offizielles Statement, das uns oder den Ausrichter erreicht hat», sagte Reindl. Was der frühere DEB-Präsident meint, ist die U20-WM über den Jahreswechsel in Kanada. Die kanadische Regierung lässt aktuell keine russischen Mannschaften einreisen. 

WM-Boykott einzelner Nationen denkbar

Denkbar ist selbstverständlich auch ein Boykott einzelner Nationen. Kanada etwa und einige skandinavische und osteuropäische Nationen sind extrem empfindlich, wenn es um Russland geht. Die Nähe zum riesigen Land hat nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine große Ängste geschürt. «Es besteht natürlich auch die Gefahr, dass Länder sagen, wir können unter diesen Umständen nicht an dem Turnier teilnehmen», sagte Lutz.

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Beim DEB ist man wegen der Heim-WM jedenfalls in heller Aufregung. Die Gruppen sind eingeteilt, der Spielplan steht, inklusive des geplanten deutschen Auftakt-Events am 13. Mai auf Schalke gegen die Schweiz. «Wir würden von einem normalen Turnier auch wirtschaftlich profitieren. Nur unter dieser neuen Konstellation kommen ganz andere Kosten auf uns zu, gerade Sicherheitsthemen, die eine ganz andere Relevanz bekommen, als wir das in der Vergangenheit gedacht haben», sagte Lutz. 

DEB-Boss erwartet Antworten aus der Politik und von der IIHF

Er erhofft sich aktuell Antworten vor allem und zunächst von der Politik in Sachen Visa sowie von der IIHF. Das ist verständlich, denn der DEB ist zwar Ausrichter der WM, aber nicht der Veranstalter. 

«Als Erstes müssen wir von der IIHF erfahren, wie das Teilnehmerfeld zukünftig aussehen soll. Ob sich der Spielplan verändert. Das weiß bisher niemand. Kommt Russland rein? Für wen kommt Russland rein?», sagte Lutz.

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Und das könnte besonders heikel werden. Denn sollte die IIHF an ihrem Format mit 16 Teams festhalten, könnte ausgerechnet die Ukraine als zweiter Aufsteiger dafür wieder ausgeschlossen werden. «Als Zeichen wäre dies der Super-Gau. Das ist definitiv, gerade auch was die Reputation und Integrität des Sports anbelangt, eine extrem schwierige Situation», sagte Lutz dazu.