Vermischtes

Weniger ist mehr: Make-up-Tipps für die besten Jahre

Bon (dpa/tmn) –

Das Make-up setzt sich jetzt in kleinen Fältchen ab und die Haut erscheint weniger ebenmäßig als früher? Mit den Jahren verändert sich unsere Haut – und mit ihr, wie Make-up wirkt.

«Die Talgproduktion nimmt ab, die Haut wird häufig trockener und in der Dermis gehen nach und nach Kollagen und Elastizität verloren», erklärt Rosa Iliasian, Ärztin in Weiterbildung für Dermatologie und Venerologie an der Jungbrunnenklinik Bonn.

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Besonders rund um die Menopause können diese Veränderungen auftreten. Feine Linien werden tiefer, während der Hautton durch UV-Schäden im Laufe des Lebens unruhiger erscheinen kann. Auch Pigmentverschiebungen, Rötungen und nachlassende Hautfestigkeit beeinflussen das Erscheinungsbild von Make-up auf der Haut. 

Die gute Nachricht: Oft reichen schon angepasste Make-up-Texturen und kleine Kniffe, um den Teint wieder frischer strahlen zu lassen. Spätestens, wenn man mit dem Schmink-Ergebnis nicht mehr zufrieden ist, sollte man seine Routine also langsam umstellen. 

Wenn weniger mehr ist

Entscheidend ist dafür weniger das Alter als der Hautzustand. Eine Textur, die früher gut funktioniert habe, müsse heute nicht mehr die beste Wahl sein, sagt Medizinerin Rosa Iliasian. Ziel sei nicht unbedingt, jede Unebenheit vollständig abzudecken. Es gehe vielmehr darum, den Teint auszugleichen, ohne dabei Trockenheit oder Fältchen zusätzlich zu betonen.

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Gerade bei Fältchen kann es etwa kontraproduktiv sein, mehr Produkt zu nutzen. Foundation, Concealer und Puder sammeln sich schnell in feinen Linien und lassen diese dadurch stärker hervortreten. «Bei reifer Haut ist oft nicht mehr Deckkraft die Lösung, sondern weniger Produkt an der richtigen Stelle», so Iliasian. Hier eignen sich leichte Texturen, die sich in dünnen Schichten auftragen lassen. 

Kosmetikwissenschaftlerin Kristina Bernhöft empfiehlt, vor dem Schminken auf eine gute Hautpflege zu achten. Und die Pflege sollte vor dem Make-up ausreichend Zeit zum Einziehen bekommen. Ein praktischer Tipp der Kosmetikerin: Die Foundation mit den Fingern einarbeiten. «Die Wärme der Finger macht die Textur geschmeidiger.»

Übrigens: Puder muss nicht grundsätzlich aus der Schminktasche verschwinden. «Sehr fein gemahlene Formulierungen können gezielt dort eingesetzt werden, wo Haltbarkeit oder Glanzkontrolle nötig sind», sagt Rosa Iliasian.

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Nachkorrigieren statt vorbeugend abdecken

Und was tun bei lästigen Pigmentflecken? Statt das gesamte Gesicht mit einer stark deckenden Foundation zu schminken, empfiehlt Iliasian einzelne Stellen zu korrigieren. Ein gut pigmentierter Concealer im passenden Ton kann dafür ausreichen. «Scheinen einzelne Flecken zu sehr durchs Make-up, lieber nur einzeln direkt am Fleck nachkorrigieren, statt das Make-up insgesamt deckender zu wählen», rät Kosmetikerin Kristina Bernhöft.

Und dann ist da noch der UV-Schutz: Er kann helfen, lichtbedingter Hautalterung vorzubeugen. «Bei Hyperpigmentierungen kann ein getönter beziehungsweise pigmentierter Sonnenschutz mit Eisenoxiden sinnvoll sein», sagt Rosa Iliasian, «weil sichtbares Licht die Pigmentierung mit beeinflussen kann.» Neue Flecken sollte man der Medizinerin zufolge aber immer erst einmal dermatologisch abklären lassen: Nicht jeder braune Fleck ist harmlos.

Kontur und Frische ins Gesicht bringen

Für einen frischen Gesamteindruck kann dann Rouge sorgen. Welche Farbe passt, hängt vom individuellen Hautton und dessen Unterton ab. Kosmetikwissenschaftlerin Kristina Bernhöft empfiehlt deshalb, das Rouge direkt im Gesicht zu testen, statt sich allein auf den Farbeindruck auf dem Handrücken zu verlassen.

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«Da wir gerade mit den Jahren auch an Kontur verlieren im Gesicht, kann mit Kontur-Produkten, ob Puder oder als Stick, auch die Gesichtsform positiv beeinflusst werden», sagt Bernhöft. «Im Alter nimmt das Wangenvolumen ab und auch unauffällige Veränderungen, wie das Einsacken der Schläfen verändert die Gesichtsform. Durch gezielte Schatten- und Licht-Spiele mit dunklem und hellem Konturton kann man die Optik formen.» Dafür am besten helle Töne auf die Partien auftragen, denen Volumen fehlt. Und dunklere Töne, wo man einen Schattenwurf erzeugen möchte.

Augenbrauen optisch auffüllen

Auch kleine Veränderungen beim Augen-Make-up können viel bewirken. Augenbrauen verlieren an Dichte. Werden sie dezent aufgefüllt, geben sie dem Gesicht wieder mehr Rahmen. Leicht geschwungene Wimpern öffnen den Blick. Die Lippen sollte man vor dem Schminken gut pflegen, empfiehlt Kosmetikwissenschaftlerin Bernhöft. Ein Lipliner kann ihre Kontur betonen und verhindern, dass Lippenfarbe in die kleinen Fältchen läuft. 

Grundsätzlich gilt: Make-up ersetzt keine Pflege. Gerade bei sehr trockener Haut sind eine milde Reinigung und eine auf den Hautzustand abgestimmte Feuchtigkeitspflege wichtig. Die passende Beauty-Routine muss man aber nicht mit jedem Geburtstag neu denken. Wer auf die Bedürfnisse der eigenen Haut achtet, dekorative Kosmetikprodukte sparsam einsetzt und einzelne Partien des Gesichts gekonnt betont, kann den Teint auch im höheren Lebensalter möglichst frisch und lebendig wirken lassen.