Jürgen Klopp hat für seine Bundestrainer-Premiere mit vier Länderspielen in der Nations League ein XXL-Aufgebot mit 44 Profis nominiert. Neben zahlreichen bekannten Leistungsträgern sind auch 16 Spieler dabei, die noch nie für die Nationalmannschaft gespielt haben. Elf waren noch nie bei einem Lehrgang der A-Auswahl dabei. Ein Blick auf die wohl unbekanntesten von ihnen unter den Fußball-Fans in Deutschland.
Mika Baur
Der Sohn des früheren Handball-Weltmeisters Markus Baur spielt seit diesem Sommer beim schottischen Traditionsclub Celtic Glasgow. Der 22-Jährige war zuvor für den SC Paderborn aktiv. In Glasgow ist Baur Stammspieler und erzielte vor gut einer Woche auch sein erstes Tor in der ersten schottischen Liga. Für die deutsche U21-Nationalmannschaft lief er bislang einmal auf. Mit Klopp plauderte er beim Nominierungstelefonat auch launig über das schlechte Wetter in Großbritannien – das kennt Klopp noch aus Liverpool.
Der Freiburger Block
Baur spielte in seiner Jugend unter anderem für den SC Freiburg. Aus der aktuellen Mannschaft der Breisgauer könnten gleich vier Spieler ihr Debüt für die DFB-Elf geben. Die Verteidiger Philipp Treu (25) und Max Rosenfelder (23), Mittelfeldspieler Yannick Engelhardt und Offensivmann Derry Scherhant (23).
Vor allem Neuzugang Engelhardt fiel in der Anfangsphase der Saison auf. Alle drei Bundesliga-Spiele der Freiburger machte er von Beginn an. Zudem erzielte der 25-Jährige, der seine Stärken eigentlich in der Arbeit gegen den Ball und im Aufbauspiel hat, schon zwei Tore.
Hennes Behrens
Der Augsburger darf sich auf ein Heimspiel freuen. Nach Klopps erster Partie als Bundestrainer in den Niederlanden spielt Deutschland am 27. September in Augsburg gegen Griechenland. Beim FCA, für den Behrens seit Sommer aktiv ist, eroberte der 21 Jahre linke Außenbahnspieler sofort einen Stammplatz. Behrens spielte bislang immer durch.
Bambasé Conté
Als Klopp den Hoffenheimer anrief, um mit ihm über dessen erstmalige Nominierung zu sprechen, habe Conté erst einmal zwei Minuten nur gelacht, berichtete der Bundestrainer. Der 23-Jährige hatte offenbar nicht wirklich damit gerechnet, berufen zu werden. Conté spielt im offensiven Mittelfeld und zeigte im Kraichgau bereits, dass er großes Potenzial hat.
Felix Keidel
Der 23-Jährige ist der erste Spieler in der Vereinsgeschichte der SV Elversberg, der es in die deutsche Nationalmannschaft geschafft hat. Keidel stieg mit dem Dorfclub in die Bundesliga auf. Davor war er in Ingolstadt in der 3. Liga aktiv. Er ist vielseitig einsetzbar, spielte bei den Saarländern schon auf beiden Außenverteidigerpositionen sowie im Mittelfeld.
Younes Ebnoutalib
Wie Keidel entwickelte sich auch Ebnoutalib in Elversberg stark. Im Januar wechselte der gebürtige Frankfurter von der SVE in seine Heimatstadt zur Eintracht. Nach anfänglichem Verletzungspech startet er bei den Hessen jetzt richtig durch. Ebnoutalib hat in drei Ligaspielen in dieser Saison schon dreimal getroffen. Dass seine Nominierung durch ein Tiktok-Video eines Fans vorab publik wurde, war ihm unangenehm. Kein Problem meinte Klopp. «Ich habe einen jungen Spieler gesehen, der stolz ist.»
Vitaly Janelt
In der Bundesliga hat Janelt noch nie gespielt. Der 28 Jahre alte zentrale Mittelfeldmann kommt dafür bereits auf 165 Einsätze in der englischen Premier League, 134 davon absolvierte er von Beginn an. Janelt zählt beim FC Brentford zu den Leistungsträgern und soll nun auch Klopp und die deutschen Fans überzeugen.
Finn Jeltsch
Der 20-Jährige spielt seit anderthalb Jahren beim VfB Stuttgart und hat sich unter Trainer Sebastian Hoeneß zu einem Innenverteidiger mit gehobenem Bundesliga-Format entwickelt. Von Klopp gibt es dafür jetzt die Belohnung für den früheren Nürnberger. Jeltsch sei ein Top-Verteidiger mit unfassbaren Zweikampfwerten.
