Manchester (dpa) –
Der Finanzskandal um Manchester City hat nun auch dem britischen Premierminister Andy Burnham Kritik eingebracht. Der Regierungschef hatte in dieser Woche in einem BBC-Interview die Besitzer des Premier-League-Vereins für deren Investitionen gelobt. Auf die Frage, ob er besorgt sei, dass sich die Geldgeber aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wegen des Skandals zurückziehen und den Ex-Serienmeister verkaufen könnten, antwortete er: «Ich würde mir große Sorgen machen, sie zu verlieren.»
Der Labour-Politiker war von 2017 bis Sommer 2026 Bürgermeister von Greater Manchester. Eine unabhängige Kommission sprach Man City in mehr als 100 Anklagepunkten wegen Verstößen gegen Finanzregeln der Premier League zwischen 2009/10 und 2017/18 schuldig. Der Verein bestreitet die Vorwürfe; eine offizielle Berufung musste bis zum (heutigen) Freitag eingereicht werden.
Opposition: Eindruck von politischem Druck
Für sein Lob in Richtung der City-Besitzer erntete Burnham Kritik. Der Parlamentarier Louie French von den oppositionellen Tories sagte: «Der Club sieht sich mit beispiellosen Vorwürfen konfrontiert, und Fans sind erschüttert über das, was sie in den Zeitungen lesen. Aber Burnham unterstützt die Eigentümer öffentlich auch noch während der Ermittlungen. Die Anhänger fragen sich zu Recht, ob hier nicht politischer Druck ausgeübt wird.»
«Fans aller Vereine haben das Recht zu wissen, dass die Regeln für alle gelten», sagte Anna Sabine von den Liberalen Demokraten laut BBC. «Burnham muss sich daran erinnern, dass er Premierminister für alle ist, nicht nur für Manchester.»
Downing Street reagiert
Der Regierungschef pries in dem Interview die Investitionen aus den Emiraten, die nicht nur in Verein und Etihad-Stadion geflossen seien, sondern auch in die Stadt. Zudem sei er «natürlich» zuversichtlich, dass seine eigenen Interaktionen als Bürgermeister mit den City-Besitzern einer Überprüfung standhalten.
Burnhams Amtssitz reagierte auf die Kritik an dem Interview. In einem Statement hieß es: «Wie der Premierminister deutlich gemacht hat, ist die erste Einschätzung schwerwiegend und es darf nicht der Eindruck entstehen, dass irgendjemand über den Regeln steht.» Das laufende Verfahren und dessen Ausgang müsse respektiert werden. «Wo ein Fehlverhalten festgestellt wird, sollten die Verantwortlichen die entsprechenden Konsequenzen tragen.»
