Vermischtes

Der Hyundai Ioniq 3 ist ein cooler Konter aus Korea

Berlin (dpa/tmn) –

Mit dem Ioniq 5 machte Hyundai zeitig mit bei der elektrischen Revolution. Schließlich kam der große Fünftürer nicht nur früh, sondern konnte auch mit der in seinem Segment bis heute ziemlich konkurrenzlosen 800-Volt-Technik punkten.

Doch für die ganz großen Stückzahlen ist der Fünfer zu teuer, vom Ioniq 6 und vom Ioniq 9 ganz zu schweigen. Deshalb schieben die Koreaner jetzt als ihr vielleicht wichtigstes Elektromodell den Ioniq 3 nach und wagen sich damit ins Haifischbecken der Kompaktklasse. Zu Preisen ab 28.950 Euro soll er sich gegen Modelle wie den VW ID.3 Neo bewähren, den chinesischen MG4, den neuen Skoda Epiq und natürlich gegen sein Schwestermodell Kia EV3.

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Ein fast waschechter Europäer 

Maßgeblich für Europa entwickelt und in der Türkei produziert, setzen die Koreaner dabei wieder auf ein cooles und vor allem unkonventionelles Design. «Aero-Hatch» nennt das Marketing den eigenwilligen Aufbau mit einer keilförmigen Silhouette. Diese ziert vorn eine aalglatte Front und zeigt hinten ein hohes Heck mit einem markanten Knick in der Scheibe. So etwas haben wir seit dem Audi A2 nicht mehr gesehen oder dem Pontiac Aztek.

Keine Kompromisse fürs Design

Die eigenwillige Form hebt sich nicht nur von dem SUV-Einerlei dieser Klasse ab, sie schafft auch erfreulich großzügige Platzverhältnisse. Vorn fühlt man sich deshalb deutlich besser aufgehoben, als man es in einem Auto von 4,16 Metern Länge erwartet. Und bei 2,68 Metern Radstand sitzen hinten zur Not auch mal zwei Erwachsene halbwegs bequem. Auch, weil man die Füße gut unter den Vordersitz schieben kann.

Überraschend ist dabei der lichte Raumeindruck unter dem Panoramadach, das bei 1,51 Metern Höhe extrem flach ist. Und noch überraschender ist der riesige Kofferraum: Wer das Staufach im Souterrain mit dazu rechnet, kommt auf 441 Liter und kann mehr laden als etwa in einem VW Golf.

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Da tut es nicht mehr ganz so weh, dass Hyundai irgendwie den Frunk vergessen hat. Viel Platz ist zwar ohnehin nicht im Bug. Aber fürs Ladekabel hätte es gereicht. Stattdessen muss man das jetzt unten aus dem Kofferraum kramen, dessen Größe damit sogar zum Nachteil wird.

Screens und Schalter in trauter Eintracht

Zum praktischen Format und der eigenwilligen Form gibt es auch ein neues Interieur: Das Display hinter dem Lenkrad haben die Koreaner dabei eingespart. Gegen Aufpreis gibt es nur noch ein kleines Anzeigenband. Dafür prangt ein riesiger Touchscreen vor dem Armaturenbrett, auf dem nun eine neue Software läuft. Sie basiert auf Android, bietet mehr Apps und mehr Updates und lässt sich leichter bedienen.

Ein paar Knöpfe sind aber übriggeblieben – etwa für die Klimaregulierung. Und auch im ungewöhnlich kleinen Lenkrad fallen die Finger noch auf Tasten.

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Beim Antrieb regiert der Rotstift

Gespart wird dagegen – das ist nun mal so bei diesem Preis und in dieser Klasse – beim Antrieb. Zwar nutzt der Ioniq 3 die Plattform der großen Brüder, wird aber auf 400 Volt heruntergeregelt und muss in der Basisversion mit 42 kWh auskommen. Das reicht für 344 Kilometer. Wer 4.000 Euro mehr ausgibt, bekommt 61 kWh und kann immerhin mit bis zu 497 Normkilometern rechnen.

Während die Reichweiten noch gehobener Durchschnitt sind, schlägt der Sparkurs bei der Ladeleistung voll zu: Mit 119 kW für die kleine und 110 kW für die große Batterie zählt der Ioniq 3 zu den eher schwächeren Ladern. Immerhin erhält man gegen Aufpreis für die AC-Buchse 22 kW. Nur weil die Akkus nicht so groß sind, gelingen die 10 bis 80 Prozent trotzdem in einer knappen halben Stunde.

Mehr Dynamik als erwartet

Auch die Motoren – 108 kW/147 PS in Kombination mit dem kleinen und 99 kW/135 PS in Kombination mit dem großen Akku – sind auf dem Papier eher müde Gesellen. Schließlich brauchen sie für den Sprint von 0 auf 100 km/h 8,7 und 9,5 Sekunden, und hier wie dort ist bei 170 km/h Schluss.

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Aber in der Praxis macht der Ioniq 3 einen ganz anderen Eindruck, wirkt stärker, als er ist, überzeugt auch jenseits des Ortsschildes und beweist eine innige Liebe zur kurvigen Landstraße: Die Lenkung präzise, das Fahrwerk stramm und verbindlich und trotzdem so komfortabel, dass auf dem Rücksitz keiner grummelt – da haben sie im europäischen Entwicklungszentrum in Rüsselsheim einen guten Job gemacht.

Fazit: Klasse für die Masse

Das Design ist ungewöhnlich, fordert aber keine faulen Kompromisse. Es gibt genügend Platz auf allen Plätzen und erst recht für Gepäck. Der Antrieb ist zwar kostenbewusst, macht den Ioniq 3 aber trotzdem nicht zur Spaßbremse. Und die Preise passen auch ins Marktumfeld. So haben die Koreaner ein klasse Paket geschnürt. 

Datenblatt: Hyundai Ioniq 3
 

Motor und Antrieb: Elektromotor
Max. Leistung: 99 kW/135 PS 
Max. Drehmoment: 250 Nm 
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: Eingang-Automatikg

 

Maße und Gewichte  
Länge: 4.170 mm
Breite: 1.800 mm
Höhe: 1.510 mm
Radstand: 2.680 mm
Leergewicht: 1.630 kg
Zuladung: 465 kg
Kofferraumvolumen: 441-1.213 Liter

 

Fahrdaten:  
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,5 s
Durchschnittsverbrauch 13,7 kWh/100 km
Batteriekapazität: 61 kWh
Reichweite: 497 km
CO2-Emission: 0g/km
Ladeleistung AC/DC:  11 (optional 22)/110 kW

 

Kosten:  
Basispreis des Hyundai Ioniq 3:  28.950 Euro
Kfz-Steuer: 0 Euro/Jahr

 

Wichtige Serienausstattung:  
Sicherheit: 7 Airbags, Frontkollisionswarner, Adaptiver Tempomat
Komfort: Klimaautomatik, Touchscreen-Infotainment, Smart KeyLenkradheizung