Von der zu Beginn des Jahres gesenkten Mehrwertsteuer auf Restaurantspeisen merken Gäste einer neuen Untersuchung zufolge kaum etwas. «Die Studie liefert keine Hinweise darauf, dass die Mehrwertsteuersenkung in nennenswertem Umfang an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurde», teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. «Im Durchschnitt erhöhten sich die Preise sogar um 0,5 Prozent.»
Die Steuer war zum Jahreswechsel von 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt worden. Das Beratungsunternehmen wmp consult hatte im Auftrag der NGG die Preise von 180.000 Gerichten in bundesweit mehr als 12.000 Restaurants ausgewertet. Die Erhebung erfolgte demnach im Oktober 2025 – also vor der Absenkung – sowie im Februar und im März dieses Jahres.
Preise in den meisten Fällen unverändert
Bei neun von zehn untersuchten Gerichten blieben die Preise demnach unverändert. Bei 8 Prozent seien die Preise angestiegen, bei rund 1 Prozent gesunken.
«Die Bundesregierung wollte mit der Mehrwertsteuersenkung auch die Gäste entlasten», teilte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler mit. «Tatsächlich ist davon nichts bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen.»
Eine größer angelegte Auswertung von Gerichten durch den Datenspezialisten Meoton hatte bereits im März ergeben, dass die Mehrwertsteuersenkung aus Verbrauchersicht vor allem dafür gesorgt habe, dass die Preise nicht weiter gestiegen seien. Vergünstigungen wurden auch damals nur in sehr geringem Umfang festgestellt.
Viele Gastronomen hatten bereits vor der Mehrwertsteuersenkung angekündigt, diese vor allem dazu zu nutzen, um die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Kosten für die Betriebe auszugleichen.
Viele Beschäftigte an der Belastungsgrenze
Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die rund 2 Millionen Beschäftigten der Branche wurden die Einsparungen aus Gewerkschaftssicht nicht genutzt. Eine Befragung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ergab der Gewerkschaft zufolge, dass viele von ihnen stark überlastet seien. «Drei Viertel der Beschäftigten können sich nach langen Arbeitstagen nicht ausreichend erholen. 79 Prozent berichten von kurzfristigen Dienstplanänderungen, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben erschweren», teilte die NGG mit.
Befragt wurden demnach zwischen Juni und Juli dieses Jahres mehr als 2.100 Beschäftigte aus Hotellerie sowie System- und Betriebsgastronomie.
