Sinsheim (dpa) –
Der erstmals in dieser Saison torlose Patrik Schick zog sich eine lange warme Jacke über und trottete über den Rasen, Loic Badé wurde nach einem Kopfzusammenstoß vom Feld getragen: Bayer Leverkusen hat beim 0:3 (0:0) bei der TSG 1899 Hoffenheim einen Tag zum Vergessen erlebt. Das Team von Carles Martinez musste mit ansehen, wie die Gastgeber ihr 1.000. Bundesliga-Tor und den zweiten Saisonsieg feierten.
Das Jubiläumstor erzielte Joker Andrej Kramaric mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 79. Minute, ehe Alexander Prass (89.) und Max Moerstedt (90.+6) zum Endstand trafen. Die Werkself blieb wie ihr Stürmer Schick erstmals in dieser Bundesliga-Saison ohne Tor.
«Ich hoffe, die Entwicklung geht so weiter. Das gibt Selbstvertrauen und wir waren ein eingeschworener Haufen. Riesen Lob», sagte TSG-Keeper Oliver Baumann nach dem dritten Sieg seines Teams in Folge bei DAZN. Kramaric sagte zu seinem Schuss in die TSG-Geschichtsbücher: «Ich freue mich extrem und bin immer noch motiviert. Es ist ein besonderes Gefühl.»
Schockmoment kurz vor Schluss
27.378 Zuschauer sahen in der Arena in Sinsheim ein Spiel mit lange wenig Höhepunkten und zwischenzeitlich sehr viel Regen. Kurios war die Auswechslung von Referee Daniel Siebert, der wegen einer Wadenverletzung nach 45 Minuten von Robert Hartmann ersetzt wurde.
Hektisch wurde es in den Schussminuten, als Prass Gelb-Rot sah, weil er beim Torjubel sein Trikot auszog. Zuvor war es zu einem heftigen Zusammenstoß von Moerstedt und Leverkusens Loic Badé gekommen, die am Mittelkreis mit den Köpfen zusammenprallten und minutenlang liegen blieben. Badé wurde auf einer Trage vom Feld gebracht, Moerstedt setzte danach den Schlusspunkt. «Es geht ihm gut, er ist unter der Dusche», sagte Bayer-Coach Martinez zu Badé, der aber kurzzeitig etwas ausgeknockt war. Teamkollege Robert Andrich war erschrocken: «Es hat richtig geknallt.»
Viele Wechsel nach Europa-Woche
Beim Duell der einzigen Europa-League-Starter kamen beide Teams aus erfolgreichen Europapokal-Einsätzen. Hoffenheim besiegte Lyon überraschend deutlich mit 3:0. Leverkusen siegte mit 2:0 bei OFI Kreta, wo die TSG zum Saisonstart noch eine Niederlage kassierte.
TSG-Coach Christian Ilzer und Leverkusens Martinez rotierten angesichts des dichten Rhythmus kräftig. Auf dem Rasen machten die Gastgeber zu Beginn den stärkeren Eindruck. Leverkusens Offensive, von Martinez in den ersten zehn Pflichtspielen zu jeweils mindestens zwei Toren geführt, wirkte diesmal ideenlos. Der wegen Oberschenkelproblemen ausgewechselte Moussa Diaby wirkte in seinen 40 Minuten unsichtbar. Beide Trainer hatten aber ordentlich Potenzial in der Hinterhand und wechselten.
Turbulenzen in der Schlussphase
Nach einem Foul von Edmond Tapsoba an Asllani entschied Hartmann nach Sichtung der Videobilder auf Strafstoß. «Der Elfmeter hat die Partie entschieden. Ich habe ihn nur leicht berührt», sagte Tapsoba. Kramaric ließ die TSG jubeln, ehe es am Ende noch mal richtig turbulent wurde.
