Rotterdam (dpa) –
Kaylia Nemour schwang sich Algeriens Nationalflagge hinter den Rücken und strahlte über das ganze Gesicht. Einen Tag nach dem überragenden Titelgewinn am Stufenbarren gewann Afrikas Turnstar zum Abschluss der Weltmeisterschaften in Rotterdam auch den Titel am Schwebebalken.
Die 19 Jahre alte gebürtige Französin siegte in einem Wimpernschlagfinale mit 14,566 Zählern nur aufgrund der besseren Benotung für die Ausführung ihrer Übung vor der punktgleichen Chinesin Zhang Qingyin. Mit ihrem zweiten Titel machte Nemour ihre Enttäuschung vom Mehrkampf vergessen, als sie um 0,034 Punkte die erste Medaille für Afrika verpasst hatte.
Olympiasieger aus China glänzt am Barren
Am Barren unterstrich Zou Jingyuan aus China einmal mehr seine Ausnahmestellung. Der 28 Jahre alte zweimalige Olympiasieger an diesem Gerät verteidigte seinen Titel mit sensationellen 15,733 Punkten und löste damit selbst beim viermaligen Mehrkampf-Weltmeister Daiki Hashimoto (Japan) ungläubiges Staunen aus. Hashimoto wurde mit 14,600 Punkten Vierter. Europameister Illia Kovtun aus Kroatien war mit starken 14,900 Zählern Bester der anderen Finalisten.
Ein halbes Jahr vor den Heim-Europameisterschaften in Jerewan setzte Armenien mit seinen Turnern Ausrufezeichen. Nach Platz eins am Pauschenpferd für Hamlet Manuchjan und Rang drei durch Mamikon Chatschatrjan sowie Bronze für Artur Awetisjan an den Ringen legte zum Auftakt des zweiten Finaltages an den Geräten Artur Dawtjan nach. Der WM-Zweite von 2025 holte Gold am Sprung mit 14,850 Durchschnittspunkten für seine beiden Übungen.
Im letzten Wettbewerb der Titelkämpfe holte Tang Chia-Hung aus Taiwan mit 14,966 Punkten den Titel am Reck. Zuvor hatte Claire Pease aus den USA Gold am Boden mit 13,866 Zählern gewonnen.
