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Neuer Sponsor, neues Glück? Wo der Frauen-Volleyball steht

Berlin (dpa) –

Nach jahrelangen vergeblichen Versuchen hat es die Volleyball Bundesliga der Frauen endlich geschafft. Im Sommer konnte die VBL einen Namenssponsor für sich gewinnen. Aber was bedeutet der Abschluss mit der Sachverständigenorganisation Dekra für die Entwicklung der Liga in Sport-Deutschland? Und welche Probleme müssen Clubs und Spielerinnen noch bewältigen?

«Das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung», sagt VBL-Geschäftsführerin Kim Oszvald-Renkema der Deutschen Presse-Agentur wenige Tage vor dem Saisonstart am Wochenende. Dabei gehe es um mehr als Geld. «Es geht um gemeinsame Reichweite, es geht um Storytelling, es geht um Weiterentwicklung.»

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Über konkrete Zahlen werden keine offiziellen Angaben gemacht. Einem Bericht des «Volleyball Magazins» zufolge zahlt der Partner, der die Liga schon vorher als Sponsor begleitete, nun insgesamt eine mittlere sechsstellige Summe. «Das ist das zweitgrößte Namensrecht im Frauensport», sagt Oszvald-Renkema. Nur die Fußball-Bundesliga der Frauen liege davor. Dazu kommt eine weitere Partnerschaft mit dem Technologieunternehmen Pfisterer.

Oszvald-Renkema: «Man kann sich natürlich Millionen wünschen…»

Den langen Weg zum Namenspartner, der bei den Männern noch aussteht, erklärt die 39-Jährige auch mit zu hohen Vorstellungen in der Vergangenheit. Nun sei mehr Realismus eingekehrt, betont Oszvald-Renkema, die im vergangenen Jahr vom Spitzenclub Stuttgart zur Liga kam. «Weil man kann sich natürlich Millionen wünschen, wenn das 20 Jahre nicht kommt, da hat man auch null auf dem Konto», sagt die frühere Profispielerin.

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Kritik von anderer Stelle, dass zu wenig bei den Clubs ankomme, teilt Michael Evers vom SSC Palmberg Schwerin nicht, aber er betont auch: «Die Liga und die Vereine müssen daran arbeiten, dass Dekra gar nicht auf die Idee kommt auszusteigen oder ein anderer sagt: „Nee, wir wollen das Produkt haben, das ist so attraktiv“».

Der neue Realismus sorgt auch dafür, dass der Abschluss nicht als Allheilmittel angesehen wird. «Wir versuchen Investitionen zu tätigen, die das Gesamtprodukt voranbringen», sagt Oszvald-Renkema. Als Beispiele nennt sie das flächendeckende Challenge-System und Highlight-Clipping für die Clubs.

«Haben keine Männerliga finanziell im Rücken»

Im Mannschaftssport der Frauen sieht sie Volleyball immer noch vor Handball und Basketball, aber die Konkurrenz holt auf. «Wir haben keine Männerliga finanziell im Rücken», sagt sie. «So ist Fußball an manchen Stellen an uns vorbeigezogen, aber an anderen Stellen auch noch nicht. Wir haben noch immer fast 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauer im Schnitt pro Spiel in der Bundesliga. Das können nur sehr wenige Frauensportarten von sich behaupten.» 

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Die VBL hat in den letzten Jahren Schritte nach vorn gemacht, aber der Abstand zu Italien oder der Türkei bleibt. Die Probleme sind ähnlich wie in allen Sportarten, die hierzulande mit König(in) Fußball um Aufmerksamkeit und Marktanteile kämpfen. «Wir haben in Deutschland das gesellschaftliche Problem, dass wir fast all unsere Sponsorengelder in den Fußball investieren. Das ist anders in anderen Ländern», sagt die 39-Jährige.

Olympia-Bewerbung als Hoffnung

In Schwerin, Dresden und Stuttgart sind mit viel harter Arbeit Club aufgebaut worden, die dauerhaft auf hohem Niveau spielen. Evers bewertet den deutschen Markt als «sehr attraktiv», aber andere Vereine müssten nun nachziehen. Das kann keine Zentralvermarktung abnehmen. «Sie müssen in die Infrastruktur Geld reinstecken, in die Hauptamtlichkeit Geld reinstecken, dann werden sie besser», sagt er.

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Oszvald-Renkema setzt auch Hoffnungen in die deutsche Olympia-Bewerbung mit München. Sollte es den Zuschlag geben, «hoffe ich, dass das vielleicht auch das Zeichen setzt in der deutschen Unternehmenswelt, dass wir andere Sportarten auch finanziell mehr fördern müssen, wenn wir wollen, dass wir bei den Olympischen Spielen auch eine bedeutende Rolle spielen», sagt sie.