Moskau (dpa) –
Nach Kritik an der zunehmenden Rückkehr Russlands in den internationalen Sport hat Kremlchef Wladimir Putin Vorwürfe erhoben. Es seien nicht alle Länder bereit, einst von ihnen eingegangene Verpflichtungen zu beachten, sagte er vor russischen Regierungsvertretern. Putin warf den nicht genau bezeichneten Ländern politische Beschränkungen gegen russische Sportler vor. Er sprach von einem groben Verstoß gegen das Recht, gerichtliche Entscheidungen und damit gegen Institutionen der Demokratie.
Nach Russlands Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hatten das Internationale Olympische Komitee (IOC) und zahlreiche Weltverbände russische und belarussische Sportler von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen oder nur als neutrale Athleten zugelassen. Zuletzt gingen aber immer mehr Türen für Russland wieder auf – trotz ukrainischer Proteste.
Die russische Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa gab sich zuversichtlich, dass dies weitergehe. Es sei nur eine Frage der Zeit bis zur vollständigen Rückkehr russischer Sportler in internationale Wettkämpfe, sagte sie.
Mehrere Nationen drohen mit Russland-Boykott
Der Internationale Sportgerichtshof Cas entschied Ende Oktober, dass auch russische Eishockey-Mannschaften wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen dürfen – womit etwa die Männer bei der Weltmeisterschaft im Mai 2027 in Deutschland spielberechtigt wären.
Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) erwägt als Konsequenz, die Männer-WM 2027 in Deutschland abzugeben. Zahlreiche Verbände wie Finnland, Schweden, Tschechien, Dänemark, Norwegen und Lettland haben angekündigt, solange es den Angriffskrieg gegen die Ukraine gibt, nicht gegen Russland anzutreten. Für die U20-WM im Dezember und Januar hatte Gastgeber Kanada bereits angekündigt, keine Visa für russische Sportler zu erteilen.
