Vermischtes

Umstieg auf Wärmepumpe: So vermeiden Sie 3 typische Fehler

Berlin (dpa/tmn) –

Eine Wärmepumpe einbauen lassen, das ist in der Regel eine größere Investition. Und es ist ein «Langzeitprojekt», ordnet es Reiner Metzger ein, der Wärmepumpenexperte bei der Stiftung Warentest ist.

Will man etwa von einer Öl- oder Gasheizung auf eine Wärmepumpe umsteigen, muss man sich also eingehend mit dem Einbau der Pumpe beschäftigen, rät Metzger – und tut gut daran, die folgenden drei Fehler zu vermeiden:

Advertisement

1. Zu spät mit der Planung beginnen

Solange die alte Heizung noch funktioniert ist alles gut. Gibt sie den Geist auf, entsteht enormer Handlungsdruck, vor allem, wenn dies im Herbst oder Winter geschieht. Also gilt: Sofort mit der Planung beginnen, wenn die Entscheidung für eine Wärmepumpe gefallen ist – und die alte Heizung noch funktioniert.

Denn: «Man muss einen geeigneten Handwerker finden, und dann kommen die Lieferzeiten hinzu», erklärt Warentester Metzger. Und: «Es ist ratsam, sich möglichst früh darum zu kümmern, damit man eine große Investitionsentscheidung nicht unter Zeitdruck treffen muss.»

Wer jetzt also eine Gas- oder Ölheizung mit über 20 Jahren auf dem Buckel hat, der sollte das Thema besser zeitnah angehen. «Vor allem, wenn man die Förderung nutzen möchte, denn es ist unklar, wie sich die in Zukunft entwickeln wird», so Metzger. 

Advertisement

2. Nur ein Angebot einholen

Sie haben sich entschieden, dass Ihr Zuhause jetzt eine Wärmepumpe bekommen soll? Angebote holt man sich dann am besten von mehreren Handwerksunternehmen ein. Listen von Unternehmen nach Region kann man etwa bei den Herstellern bekommen. Der Bundesverband Wärmepumpe hat auf seiner Webseite eine Fachpartnersuche. 

«Man sollte sich zwei oder idealerweise drei Betriebe aussuchen und mit ihnen das Haus gründlich besichtigen», rät Metzger. «Nur auf dieser Grundlage können die eine maßgeschneiderte Anlage empfehlen – die optimal dimensioniert ist und nicht zu groß ausfällt.»

Denn letzteres ist dem Experten der Stiftung Warentest zufolge ein häufiger Fehler: «Die meisten Leute kaufen Wärmepumpen zu groß, weil sie wie bei der früheren Gasheizung gerne auch eine riesige Reserve hätten. Aber so eine Reserve kostet viel Geld und die Wärmepumpe läuft nicht in dem optimalen Bereich.»

Advertisement

3. Eine zu große Wärmepumpe fürs Haus anschaffen

Um die passende Größe auszuwählen, schaut man sich zunächst am besten die Heizungsrechnungen der letzten Jahre an. «Die dort aufgeführten Kilowattstunden zeigen, wie viel Energie die Wärmepumpe liefern muss», sagt Reiner Metzger. Gehen Sie außerdem mit dem Heizungsmonteur, der die Wärmepumpe einbauen soll, durch das Haus. «Dabei wird jeder einzelne Heizkörper angeschaut und für jeden Raum die Heizlast berechnet. Wenn man beides kombiniert, müsste das gut klappen.»

Angst, dass bei einer kleineren Pumpe die Wohnung an frischen Wintertagen zu kalt bleibt, muss man ihm zufolge übrigens nicht haben: «Alle modernen Wärmepumpen haben einen Heizstab oder ein Heizelement. Wenn es wirklich mal zu kalt werden sollte für die Heizleistung der Pumpe, heizen die zu.» Das verbrauche zwar für ein paar Stunden mehr Strom. Dafür laufe «die Wärmepumpe die restlichen 360 Tage im Jahr optimaler».

Doch welche Häuser eignen sich überhaupt für eine Wärmepumpe? «Das Haus ist ideal für eine Wärmepumpe, wenn es eine Fußbodenheizung hat oder Heizung mit sehr großen Heizkörper-Flächen. Das funktioniert auf jeden Fall», erklärt Metzger. Auch in älteren Häusern und mit Heizkörpern können sich ihm zufolge aber Wärmepumpen lohnen – und das Heizen damit immer noch billiger kommen als mit Öl und Gas. 

Advertisement

Eine ungünstige Ausgangslage kann es aber doch geben: Nämlich die, dass das Haus schlecht gedämmt ist. «Das muss man sich im Einzelnen angucken», so Metzger. «In einem kalten Klima und in einem schlecht gedämmten Haus kommt eine Wärmepumpe schon an die Grenzen.»