Wie sah das Medien-Business in den 1930er Jahren aus? Genau: Alles drehte sich um die Zeitung. Auf Papier gedruckte Nachrichten, abgesetzt am Kiosk oder verkauft von Zeitungsjungen auf der Straße. Im Aufbauspiel «News Tower» geht es darum, in dieser Welt aus einer kleinen Zeitung ein Imperium zu machen
Alles beginnt mit der Erbschaft einer unbedeutenden Postille samt eines Hauses in Brooklyn. Das Budget zum Start: klein. Trotzdem werden damit erst einmal neue Stockwerke auf den künftigen Nachrichtenturm gesetzt. Und in die Räumlichkeiten wandert alles, was es zum Blattmachen im großen Stil braucht.
Macht die Zeitung voll – aber nicht irgendwie
Eine Telegrafenstation wird eingerichtet, über die Neuigkeiten ins Haus kommen. Reporterinnen und Reporter schwärmen aus. An Schreibtischen arbeiten Redakteurinnen und Redakteure, die planen, schreiben, redigieren. Und natürlich müssen alle Texte auch noch gesetzt und schließlich gedruckt werden.
Und zwar alles bis am Sonntag die Wochenzeitung erscheint. Die Woche über wird an den Storys gearbeitet. Für alle Ressorts, ganz gleich ob Politik, Vermischtes oder Sport gilt: Bessere, tiefere Recherche erhöht in der Regel die Auflage und so letztlich auch den Umsatz.
Zeitungs-Tycoon werden – ist gar nicht so leicht
Das Geld und Einflusspunkte, die im Spiel ebenfalls erworben werden können, lassen sich dann in Personal, Module für mehr Zeitungsseiten oder Innovationen vom Fotodruck bis hin zu Grafiken investieren. Das ist aber noch nicht alles: Als angehender Zeitungs-Tycoon muss man sich nebenbei auch mit dem Bürgermeister, der Mafia, der New Yorker High Society und diversen Konkurrenzblättern herumschlagen.
Das alles kann insbesondere zu Beginn des Spiels eine richtige Herausforderung werden. Da muss man dann im Zweifel auch schon mal den Toilettenpapiervorrat zum Druck zweckentfremden, um in jedem Fall eine hohe Auflage zu gewährleisten. Klogänge des Personals müssen dann wohl bis nach dem Druck warten.
Komplizierte Mechanismen – nach und nach erklärt
«News Tower» ist eine rundum gelungene Aufbau- und Management-Simulation mit einem interessanten, historischen Setting. Die Spielmechaniken gehen tief, sind mitunter auch kompliziert, werden aber glücklicherweise nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach eingeführt. Das gibt neu Spielenden Zeit zu lernen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Das Game ist für PC und Mac erschienen und kostet 25 Euro. Die Plattform Steam empfiehlt es für Spielende ab zwölf Jahren.
