In Winterberg habe Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal gleich zwei Rodel-Siege eingefahren, doch bei Olympia sind die viermaligen Weltmeisterinnen zum Zuschauen verdammt. 

Nach ihrem zweiten Saisonerfolg im Damen-Doppelsitzer sprachen sie vor der ARD-Kamera über ihre Enttäuschung. «Es ist momentan sehr hart, wir haben pro Nation nur einen Startplatz. In der Qualifikation hat sich halt ein anderes Doppel durchgesetzt.» Ihre Teamkolleginnen Dajana Eitberger/Magdalena Matschina sind in diesem Olympia-Winter besser in Schwung gekommen. Im Sauerland wurden sie Dritte.

Siege, aber kein Olympia-Ticket

In der Staffel brachten Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal dann zusammen mit Tobias Wendl/Tobias Artl, Julia Taubitz und Felix Loch den ersehnten Heim-Erfolg nach Hause. «Was mich persönlich ganz gewaltig freut, dass wir zum Schluss die Teamstaffel mal wieder gewonnen haben und zwar richtig mit einem sauberen Vorsprung. Das tut gut Richtung Olympia», sagte Bundestrainer Patric Leitner.

Doch Degenhardt/Rosenthal werden fehlen, weil bei der Olympia-Premiere im Frauen-Doppelsitzer nur ein Startplatz pro Land zur Verfügung steht. Sie müssen nun auf ein kleines Wunder hoffen: «Wir sind am Warten, ob wir vielleicht noch nachrutschen können. Wenn jemand nachrutscht, dann sind wir an erster Stelle. (…) Deswegen bedeutet dieser Sieg noch mal mehr.»

Luxusprobleme auch bei den Doppelsitzer-Männern

Nach zwei zweiten Plätzen im Einsitzer durch Julia Taubitz und Felix Loch am Samstag sorgten neben den Frauen auch die Männer für Doppelsitzer-Siege. Die Rekord-Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Artl verdrängten die Österreicher Thomas Steu/Wolfgang Kindl im zweiten Lauf noch von der Spitze. Die Spitzenreiter im Gesamtweltcup feierten ihren ersten Saisonsieg. 

Die Weltmeister Hannes Orlamünder/Paul Constantin Gubitz wurden Sechste. Toni Eggert und Florian Müller beendeten das Rennen auf Platz neun. Weil Altmeister Eggert mit seinem neuen Partner Müller bislang besser unterwegs war, sind auch Orlamünder/Gubitz bei den Winterspielen (6. bis 22. Februar) zum Zuschauen verdammt. Die deutschen Männer haben im Doppel nur zwei Olympia-Startplätze, aber drei Top-Teams. 

Felix Loch schon in Topform

Im Einsitzer ist alles klar. Der dreimalige Olympiasieger Felix Loch scheint gerüstet. Zwar verpasste der 36 Jahre alte Rodel-Star aus Berchtesgaden im Hochsauerland seinen dritten Sieg am Stück, doch die Form scheint zu passen. «Ich war schon lange nicht mehr so gut unterwegs wie jetzt über längere Zeit», sagte er. Das Ziel, so Loch, sei ganz klar eine Medaille. «Ob es eine wird, oder welche, sehen wir dann.» 

Loch ist genau wie Weltmeister Max Langenhan  für die Wettbewerbe in Cortina d‘Ampezzo qualifiziert. Dritter Rodler im Einsitzer-Team der Männer könnte der Winterberg-Zehnte Timon Grancagnolo werden, der nach Punkten vor seinem Teamkollegen David Nößler liegt. «Wir werden einen Vorschlag beim DOSB abgeben, dass er zu Olympia fahren kann. Nominieren kann nur der DOSB», sagte Bundestrainer Leitner der ARD.

Bei den Rodlerinnen haben neben Julia Taubitz auch Ex-Weltmeisterin Anna Berreiter und die in Winterberg angeschlagen pausierende Merle Fräbel das Olympia-Ticket in der Tasche.