Der unerwartete Tod des US-Schachgroßmeisters Daniel Naroditsky mit nur 29 Jahren ist aus Sicht der Gerichtsmedizin ein Unfall. Das geht aus einem entsprechenden Bericht hervor, den die zuständige Behörde im US-Bundesstaat North Carolina drei Monate nach Naroditskys Tod veröffentlicht hat.
Als Hauptursache gelten demnach Herzrhythmusstörungen, die durch ebenfalls nachgewiesene Stimulanzmittel verstärkt worden sein könnten. Die Mittel allein werden nicht als Todesursache eingestuft. Naroditsky war am 19. Oktober 2025 überraschend gestorben.
Seine Tutorials für Hobbyspieler vor allem auch in den sozialen Medien hatten ihn einem breiteren Publikum bekannt gemacht. Er unterrichtete Schach bei seinem Verein und arbeitete zudem als Kommentator, Autor und Influencer. Seinen YouTube-Kanal hatte knapp eine halbe Million Menschen abonniert. Auch der Schach-Weltverband Fide hatte den Angehörigen ihr Beileid ausgesprochen. Naroditsky hatte 2013 im Alter von nur 18 Jahren den Status eines Großmeisters erlangt.
Bericht: Keine Hinweise auf Überdosis
Nachdem er Mitte Oktober einen Flug nicht angetreten hatte, sorgten sich Freunde um ihn und fanden ihn daheim leblos auf. Der Gerichtsmediziner James R. Lozano schreibt nun in seinem Bericht, die Umstände ließen auf einen plötzlichen Tod schließen. Naroditsky habe gegenüber anderen nicht über akute Beschwerden geklagt. Für eine gewollte oder unbeabsichtigte Überdosis unerlaubter oder genehmigter Substanzen gebe es keine Hinweise.
Sarkoidose als Auslöser vermutet
Nach Meinung des Gerichtsmediziners sind wahrscheinlich Herzrhythmusstörungen die Todesursache, vermutlich hervorgerufen durch eine Sarkoidose. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Krankheit, die nach Angaben der Bundesärztekammer meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auftritt.
Als Zeichen einer Entzündung bilden sich kleine Bindegewebsknötchen, sogenannte Granulome, diese sind auch im Bericht zu Naroditsky erwähnt. Generell kann jedes Organ befallen werden. Lunge und Lymphknoten sind fast immer betroffen, das Herz eher seltener. Gerichtsmediziner Lozano weist darauf hin, dass er keine Autopsie geführt habe, ihm aber Anzeichen für Knötchen in der Lunge aufgefallen waren.
