Andreas Wolff hat mit wütender Kritik auf die Torwart-Diskussion nach dem verlorenen EM-Hauptrundenspiel der deutschen Handballer gegen Dänemark reagiert. «Ich finde es David gegenüber unfassbar respektlos, wie mit dieser Thematik umgegangen wurde und wird. Das war total despektierlich und regt mich tierisch auf», schimpfte Wolff vor dem Wiedersehen mit den Dänen im EM-Endspiel am Sonntag (18.00 Uhr/ZDF und Dyn) in Richtung einiger Experten.

Bei der 26:31-Niederlage am vergangenen Montag hatte David Späth 50 Minuten lang das deutsche Tor gehütet. Für viele Zuschauer kam die weitgehende Bank-Rolle von Wolff im Duell mit dem Weltmeister und Olympiasieger überraschend, weil der 34-Jährige im vorhergehenden Spiel gegen Norwegen mit 22 Paraden eine Weltklasse-Leistung gezeigt hatte. 

Auch ehemalige Nationalspieler konnten die Entscheidung nur bedingt nachvollziehen. «Ich habe gedacht: Okay, schenken wir ab», sagte 2007er-Weltmeister Pascal Hens bei Dyn. Handball-Ikone Stefan Kretzschmar attestierte Späth zwar ein gutes Spiel, sprach aber von einer diskutablen Signalwirkung. «Was kann das bedeuten als Zeichen für die Mannschaft? Wie nehme ich das als Mannschaft auf in einem der alles entscheidenden Spiele?», fragte der Olympia-Zweite von 2004. 

Torwart-Diskussion für Wolff «unter aller Sau»

Für Wolff sind die Diskussionen nicht nachvollziehbar. «Es ist schon erstaunlich, dass man so viele Jahre lang Handball spielt und trotzdem so wenig Menschenkenntnis hat. Wir haben vor dem Turnier gesagt, dass wir ein Torhüter-Duo sind, das durch seine Ausgeglichenheit und die Qualität beider funktioniert. Und dann fängt David in einem Spiel an und die ganze Welt verliert den Kopf. Das finde ich unter aller Sau», schimpfte er.

Vor dem Finale schrieb der Keeper vom deutschen Rekordmeister THW Kiel den Kritikern daher ins Stammbuch: «Sollte David morgen anfangen, ist das auf keinen Fall irgendein Zeichen, dass man Dänemark nicht ernst nimmt oder etwas abschenkt.»