Keiner mag sie, fast jeder kennt sie, gern auch mal an auffälliger Stelle im Gesicht. Es geht um Pickel. Warum sie entstehen und wie sie möglichst gut wieder abheilen: Wir klären die wichtigsten Fragen.
Was passiert in der Haut, wenn ein Pickel entsteht?
In der Haut befinden sich Drüsen, die Talg produzieren, ein Sekret, das die Haut geschmeidig hält. Aus verschiedenen Gründen kann es zu einer Überproduktion an Talg kommen – zum Beispiel durch hormonelle Umstellungen in der Pubertät.
Dadurch können die Poren, also die winzigen Öffnungen unserer Hautoberfläche, verstopfen. Dann entsteht zunächst das, was wir Mitesser nennen – quasi eine Pickel-Vorstufe.
Talg und abgestorbene Hautzellen sammeln sich dabei an. Haben sie dabei Kontakt zur Luft, färbt sich der Mitesser schwarz. Staut sich alles unter der Haut, bleibt er weiß.
Ein Mitesser kann Startpunkt für einen Pickel sein. Denn Bakterien, die sich auf der Haut tummeln, können sich nun in dem Talg vermehren. «Sie lösen eine Entzündung mit Schwellung, Rötung, Schmerz und der Entwicklung von Eiter aus», sagt die Münchner Fachärztin für Dermatologie, Marion Moers-Carpi. So entsteht der Pickel.
Es kann noch weitergehen: Schlimmstenfalls kann sich aus dem Pickel ein Abszess entwickeln. Ein Abszess ist eine Eiteransammlung, die sich in einem Hohlraum in der Haut bildet und in aller Regel von Ärztinnen und Ärzten geöffnet werden muss.
Warum sind manche Menschen anfälliger für Pickel, andere hingegen nicht?
Geht es um das Hautbild, spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle. Es gibt aber weitere Faktoren, die zur Entstehung von Hautunreinheiten beitragen:
- Hormonelle Umstellungen
Hormonschwankungen in der Pubertät oder im Zuge einer Schwangerschaft können laut Moers-Carpi dazu führen, dass die Talgdrüsen vermehrt Talg produzieren.
- Falsche Hygiene
Zu viel Pflege und Hautcremes, die zu fett und zu reichhaltig sind, können Pickel fördern. Aber auch zu wenig Pflege ist von Nachteil. «Befindet sich zu viel Staub und Schmutz auf der Haut und kommt es zusätzlich zum Schwitzen, kann dies eitrige Hautentzündungen auslösen», sagt Marion Moers-Carpi.
- Zu viel Stress und zu wenig Schlaf
Durch Stress produziert der Körper vermehrt das Hormon Cortisol. Dadurch produzieren die Talgdrüsen mehr Talg, zudem wird die Hautbarriere geschwächt. Bei Schlafmangel kann sich dieser Effekt verstärken, da der Haut wichtige Regeneration fehlt.
- Falsche Ernährung
«Auch bestimmte Ernährungsfaktoren können Pickel fördern», sagt Hautärztin Moers-Carpi. Dies sei etwa bei zu viel Milcheiweiß oder auch Schweinefleisch nicht ausgeschlossen. Doch auch hier gilt: Jeder Körper tickt anders.
Mist, da entsteht ein Pickel. Was kann ich jetzt tun?
Die Bildung eines Pickels beginnt laut Moers-Carpi meist mit Rötungen und Schmerzen. «Zunächst ist es ein rötliches Pünktchen», sagt die Münchner Fachärztin für Dermatologie.
Wer dann frühzeitig ein Hautantibiotikum aufträgt, kann davon ausgehen, dass sich die Entzündung zurückbildet. Dieses Hautantibiotikum muss man sich allerdings von einer Dermatologin oder einem Dermatologen verschreiben lassen. Man sollte es in der Regel fünfmal am Tag auf den Pickel, der gerade entsteht, auftragen.
Von einem Mittel rät die Hautärztin allerdings ab: «Keinesfalls sollte man Zugsalbe auftragen, da sie die Haut zusätzlich reizen kann.»
Warum ist Ausdrücken keine gute Idee?
«Durch den Druck besteht das Risiko, dass Bakterien noch tiefer in die Haut eindringen», warnt Franziska Scharpf. Sie ist Apothekerin in Sonthofen und Vizepräsidentin der Bundesapothekerkammer.
Damit riskiert man, dass weitere Entzündungen und Infektionen entstehen. «Durch das Drücken und Quetschen kann sich zudem eine Narbe bilden», so Scharpf. Also: Finger weg, auch wenn’s schwerfällt!
Pickel über der Oberlippe soll man erst recht nicht ausdrücken, weil das in der Notaufnahme enden kann. Stimmt das?
Im «Dreieck» zwischen Nase und Oberlippe befinden sich laut Marion Moers-Carpi viele Venen und Arterien, die mit dem Gehirn verbunden sind. Wer nun oberhalb der Oberlippe einen Pickel ausdrückt, riskiert, dass Bakterien in die Blutbahn gelangen – und letztlich ins Gehirn.
Wer richtig großes Pech hat, erlebt dadurch unerwünschte Folgen: «Das kann zu einer bakteriellen Hirnhautentzündung oder zu einem Schlaganfall führen», so Moers-Carpi. Das kommt allerdings nur sehr selten vor.
Alle, die einen Pickel in diesem Dreieck haben, sollten sicherheitshalber eine Hautärztin oder einen Hautarzt aufsuchen.
Helfen Hausmittel wie Zahnpasta?
Den Pickel mit Zahnpasta «austrocknen»? Davon rät Franziska Scharpf ab. Die Inhaltsstoffe wie etwa Menthol reizen die Haut, andere können die Talgdrüsen verstopfen. In der Folge kann es zu Rötungen, Entzündungen oder auch Narben kommen.
Wie vorgehen, damit ein Pickel besser abheilt?
Viele Pickel heilen von allein gut wieder ab, wenn man sie in Ruhe lässt.
Doch was, wenn der Pickel richtig tief sitzt, fies schmerzt und bereits gelb ist? Dann kann es sinnvoll sein, dermatologisch geschulte Kosmetikerinnen oder Dermatologen aufsuchen. Solche Fachleute können den Pickel mit einer speziellen Nadel öffnen und den Eiter ablassen, ohne dass es zu weiteren Entzündungen oder zu Narben kommt.
Um anschließend den Heilungsprozess zu fördern, sollten Betroffene zwei- bis dreimal täglich eine Zinkcreme auf die Hautstelle auftragen und ihr danach Ruhe gönnen. Auf Sonnenbäder oder Saunagänge sollte man in der Heilungsphase verzichten.
«Wichtig ist auch, Schwämme und Pinsel, die mit dem Pickel in Berührung gekommen sind, zu reinigen oder gegebenenfalls auszutauschen», sagt Apothekerin Scharpf. Denn darin fühlen sich unerwünschte Bakterien mitunter wohl und landen dann rasch wieder im Gesicht.
Generell gilt: Wer sich ins Gesicht fasst, sollte dies nur mit vorher gründlich gewaschenen Händen tun.
Wann sollte man Pickel in der Hautarztpraxis abklären lassen?
Häufen sich Hautentzündungen, liegt womöglich eine Akne vor. In dem Fall empfiehlt es sich, eine Dermatologin oder einen Dermatologen mit ins Boot zu holen. «Er oder sie kann Cremes oder Tinkturen verschreiben, die helfen, das Hautproblem in den Griff zu bekommen», sagt Marion Moers-Carpi.
