Trotz einer Rekordsaison mit einem Gesamtertrag von erstmals über 300 Millionen Euro ist die 3. Liga weiter defizitär. Wie aus dem Saisonreport des Deutschen Fußball-Bundes für die Spielzeit 2024/2025 hervorgeht, erwirtschafteten die Clubs im Schnitt einen Fehlbetrag von rund 820.000 Euro. Der Gesamtertrag stieg um 15 Prozent von 291,61 Millionen Euro in der Saison 2023/24 auf 334,79 Millionen Euro.
Das insgesamt 16. negative Gesamtergebnis im 17. Jahr der eingleisigen 3. Liga verantworteten sieben Vereine. Zehn Clubs – und damit so viele wie noch nie – erzielten einen Überschuss. Zudem sank die Zahl der Drittligisten mit negativem Eigenkapital (5) auf den niedrigsten Stand seit Gründung der Liga 2008. Nicht einbezogen in die Statistik wurden die drei teilnehmenden zweiten Mannschaften der vergangenen Saison.
«Es ist uns bis heute noch nicht gelungen, den Trend komplett umzukehren. Ich glaube, wir sind auch hier auf einem Stabilisierungsniveau», sagte Manuel Hartmann, Geschäftsführer Spielbetrieb der DFB GmbH & Co. KG, in einer digitalen Medienrunde zu den Fehlbeträgen. In Summe sei die Liga aber gut aufgestellt, die Vereine würden immer professioneller.
Fanzuspruch so hoch wie noch nie
Unter anderem der Fanzuspruch stimmt Hartmann positiv. Erstmals knackte die 3. Liga in der Saison 2024/25 die Marke von vier Millionen Stadionbesuchern (4,39 Millionen) – ein erstmals fünfstelliger Schnitt von 11.548 Fans pro Spiel. Deutschland ist damit international vor England die Nummer eins unter allen dritten Ligen.
3. Liga als Talentschmiede
Erfreulich aus DFB-Sicht ist die Rolle der 3. Liga als Talentschmiede. Die Einsatzzeiten deutscher Spieler unter 23 Jahren stiegen erneut leicht. Sie machten knapp 30 Prozent der Gesamtminuten aus – ein Höchstwert. Die 3. Liga liegt damit vor der 2. Liga (21,76 Prozent) und der Bundesliga (9,18).
Auch der Gesamtanteil deutscher Spieler ist in der 3. Liga mit fast 85 Prozent höher als in den beiden oberen Profiligen. Die 2. Liga kommt auf knapp 75, die Bundesliga auf rund 48 Prozent.
Nachwuchsprämien: Haching vor 1860 – Aachen Letzter
Von dem DFB-Nachwuchsfördertopf, der vor allem Clubs belohnt, die auf deutsche U21-Spieler setzen, profitierte in der vergangenen Saison die SpVgg Unterhaching am stärksten. Der Münchner Vorortclub nahm so fast 303.000 Euro ein. Dahinter folgen 1860 München (rund 256.000 Euro) und der FC Ingolstadt (knapp 245.000). Schlusslicht war Alemannia Aachen (97,72 Euro).
