Tim Torn Teutenberg schnappte sich die Deutschland-Fahne und feierte nach einem Kraftakt über 40 Kilometer seinen EM-Coup. Der 23-Jährige holte am zweiten Tag der Bahnrad-Europameisterschaften im türkischen Konya die Goldmedaille im Punktefahren vor dem Dänen Conrad Haugsted und dem Belgier Jasper de Buyst. Für Teutenberg war es bereits das zweite Edelmetall am zweiten Tag, nachdem er zum Auftakt am Sonntag den zweiten Platz in seiner Spezialdisziplin Ausscheidungsfahren belegt hatte.

Doch damit nicht genug: Nicht einmal eine Stunde später fuhr Teutenbergs Schwester Lea Lin auf den dritten Platz im Ausscheidungsfahren. Nur die belgische Ausnahmekönnerin Lotte Kopecky und die zweitplatzierte Französin Victoire Berteau waren nicht zu schlagen.

Den erfolgreichen deutschen Tag machte der Bahnrad-Vierer der Frauen mit der Silbermedaille in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung perfekt. Mieke Kröger, Lisa Klein, Laura Süßemilch und Franziska Brauße mussten sich nur Großbritannien geschlagen geben, die in der Weltrekordzeit von 4:02,808 Minuten siegten.

Schon sechs Medaillen für Deutschland

Die deutsche Mannschaft hat damit bereits sechs Medaillen bei den Titelkämpfen geholt. Ein weiteres Edelmetall winkt Lea Sophie Friedrich im Sprint. Die dreimalige Olympia-Medaillengewinnerin steht bereits im Halbfinale, das am Dienstag ausgetragen wird. Der deutsche Männer-Vierer beendete die EM unterdessen auf dem sechsten Platz.

Der Medaillengarant im deutschen Team ist dabei Tim Torn Teutenberg. Für den Kölner ist es bereits der vierte EM-Titel, nachdem er schon zweimal im Ausscheidungsfahren (2023 und 2025) sowie einmal im Mehrkampf Omnium (2025) triumphiert hatte.

Weitere Medaille mit Kluge im Madison?

Auf Teutenberg wartet noch ein weiterer Höhepunkt am Schlusstag. Im Madison will das Bahnrad-Ass mit Altmeister Roger Kluge am Donnerstag auf das Podest, nachdem das Duo 2024 bereits den WM-Titel und 2025 EM-Silber gewonnen hatte.

Der Name Teutenberg ist den Experten schon seit vielen Jahren ein Begriff, der Youngster stammt aus einer großen Radsport-Familie. Sein Vater Lars war früher selbst Radprofi und wurde mehrmals deutscher Meister. Auch Onkel Sven und Tante Ina-Yoko machten auf dem Rennrad Karriere, feierten im Sprint viele Siege. Und Schwester Lea Lin ist inzwischen auch erfolgreich unterwegs.

Nebenbei forciert Tim Torn Teutenberg auch seine Straßenkarriere im WorldTour-Team Lidl-Trek. Im Frühjahr 2024 gewann er das U23-Rennen von Paris-Roubaix, vor knapp einer Woche war er noch bei der Tour Down Under in Australien im Einsatz.