Sie wollen zum Skifahren oder Snowboarden in die Berge? Wer mit dem Auto dorthin fährt, beachtet auch am besten ein paar Tipps des Auto Clubs Europa (ACE) – damit der Ausflug auch zum vollen Erfolg wird. 

Vor dem Losfahren sollte man sich über die entsprechenden Winterreifenbestimmungen von Transit- und Zielland informieren und sich entsprechend bereifen. Dazu können auch Schneeketten erforderlich sein, die auf einigen Abschnitten aufgezogen werden müssen.

So erklimmen Sie mit dem Auto den Berg

Bergauf steigen nicht nur die Höhenmeter, sondern in der Regel auch der Verbrauch. Daher ist es ratsam, nicht mit dem letzten Tropfen Sprit oder dem letzten Akku-Rest im E-Auto hochzufahren. Lieber einmal vor solchen Streckenabschnitten tanken respektive nachladen. Bergauf rät der ACE zu einem niedrigen Gang, auch um den Motor nicht zu überhitzen.

Kritisch kann es aber auch abwärts werden. Die Autos bauen aufgrund ihrer Masse dann für Unerfahrene schnell ein unerwartet hohes Tempo auf – zudem wird der Bremsweg länger. Abbremsen ist angesagt, aber nicht dauerhaft den Fuß auf der Bremse lassen. Das kann laut ACE zu erheblichem Verschleiß der Bremsen beitragen und die Bremsscheiben schädigen. Schlimmstenfalls lässt die Bremsleistung insgesamt nach.

Daher die sogenannte Motorbremse nutzen: Bergab bremst der Motor durch seinen Widerstand mit. Dann wird der Wagen automatisch langsamer – und die normale Bremse muss weniger betätigt werden. Bei Schaltfahrzeugen schaltet man dazu auch bei Bergabfahrten in einen niedrigen Gang.

Moderne Automatikgetriebe erkennen laut ADAC Gefälle und agieren so, dass die Motorbremse möglichst stark genutzt wird. Bei älteren Modellen ist das den Angaben zufolge nicht immer der Fall, so der Club aus München auf seiner Seite. Dann kann man manuell per Wählhebel einen niedrigeren Gang wählen oder auf die Stufe «B» oder «S» schalten. So läge dann grundsätzlich eine höhere Drehzahl und damit mehr Motorbremswirkung an. Wie immer: die eigene Betriebsanleitung fürs Auto bringt einen in der Regel weiter.

Ganz schön kurvig hier – aber ruhig Blut

Serpentinen – also Straßen, die sich in engen Kehren schlängeln – sind in den Bergen keine Seltenheit. Der weitere Straßenverlauf lässt sich durch die engen Kurven schwer oder manchmal gar nicht einsehen. Hier gilt: Tempo rausnehmen, sodass man noch genug Zeit zum Reagieren hat, sollten Hindernisse auftauchen. Man sollte auch nicht die Nerven verlieren und schneller werden, als man sich zutraut, nur weil hinten andere drängeln. Man kann sie einfach bei der nächsten Parkmöglichkeit vorbeilassen.

Wer selbst vorbei will, macht das nur bei guter Sicht und genug Platz. Achtung auch immer mit Blick auf den Gegenverkehr: nicht Kurvenschneiden und die Mittellinie nicht überfahren.

Apropos Gegenverkehr: Manchmal sind Straßen sehr eng – wer Vorfahrt hat, wenn die Straße an einigen Stellen sehr schmal wird, ist je nach Land unterschiedlich geregelt. Der ACE nennt Beispiele: In der Schweiz, Italien und Frankreich habe grundsätzlich der Bergauffahrende Vorrang.

In Deutschland und Österreich existiere keine verbindliche Regelung. Dort sollte das Fahrzeug, dem das Ausweichen leichter fällt, zurücksetzen oder ausweichen – und so dem anderen den Vortritt lassen. 

Zusätzlich ist den Angaben zufolge das Gewicht der Fahrzeuge zu berücksichtigen: Schwerere Fahrzeuge wie Lkw haben bergauf beim Anfahren und bergab beim Bremsen größere Schwierigkeiten und sollten daher bevorzugt werden.

Den Wagen am Hang richtig sichern

Puh, das war anstrengend? Wer nun eine Pause braucht und den Wagen am Berg abstellt, sollte ihn gut sichern. Also die sogenannte Feststellbremse – Handbremse – anziehen. Bei einigen modernen Autos kann das im Parkmodus sogar schon automatisch passieren. Es gilt, dazu immer die jeweilige Betriebsanleitung zu befolgen.

Einen zusätzlichen Schutz vor Wegrollen kann ein eingelegter Gang sein – immer entgegen der anzunehmenden Rollrichtung. Zeigt die Fahrzeugfront bergauf: ersten Gang einlegen. Zeigt die Schnauze bergab: den Rückwärtsgang einlegen. Automatikautos müssen beim Abstellen in die Parkposition P gestellt werden. Auch kann man die Vorderräder so einschlagen, dass der Wagen in Richtung des Bordsteins rollt – falls vorhanden.