Die am Freitag in Mailand und Cortina beginnenden Winterspiele wecken in Deutschland noch kein mehrheitliches Interesse. In aktuellen YouGov-Umfragen gaben 49 Prozent der über 2000 Befragten an, an den Spielen nicht sehr oder überhaupt nicht interessiert zu sein. 40 Prozent zeigten sich sehr oder einigermaßen interessiert. Zudem gaben 59 Prozent an, dass es nicht sehr oder überhaupt nicht wahrscheinlich ist, dass sie die Spiele verfolgen werden.

Klare Positionierungen gab es in der Klima-Diskussion um Winterspiele. Zwar halten noch immer 37 Prozent der Befragten Olympia im Winter für eher oder voll und ganz zeitgemäß, während 20 Prozent dies nicht taten. Allerdings sprachen sich 42 Prozent dafür aus, Spiele künftig in einem rotierenden Modell an festen Orten auszutragen.

Erste dezentrale Spiele

Der Klimawandel macht unter anderem mit steigenden Temperaturen Winterspiele vielerorts nur mit großen Eingriffen in die Natur möglich. Die vergangenen Winterspiele in Peking hatten fast gänzlich auf Kunstschnee stattgefunden. Zwar herrschten tiefe Minusgrade, doch in der Region fiel kaum Niederschlag. Durch den hohen Wasser- und Energieverbrauch stuften Wissenschaftler die Spiele nicht als nachhaltig ein.

Die Macher in Mailand und Cortina d’Ampezzo setzen größtenteils auf bestehende Anlagen, was zu sehr dezentralen Spielen führt. So kämpfen die alpinen Skirennfahrerinnen in Cortina um Medaillen, während die Männer in Bormio starten – 300 Kilometer weiter westlich. Doch es gab auch in Bezug auf die Nachhaltigkeit kritisierte Projekte wie den Neubau der Bobbahn in Cortina, der gegen den Willen des Internationalen Olympischen Komitees von Italiens Regierung durchgesetzt worden war.