Bei einem Anschlag in Pakistan sind mindestens 31 Menschen in den Tod gerissen worden. Weitere rund 170 Menschen seien bei dem Attentat beim Freitagsgebet in einem Vorort der pakistanischen Hauptstadt Islamabad verletzt worden, sagte ein lokaler Behördenvertreter. Polizeiangaben nach handelte es sich um einen Selbstmordanschlag auf ein schiitisches Gemeindehaus. 

Der Selbstmordattentäter habe vor dem Gebäudekomplex zunächst das Feuer auf Sicherheitskräfte eröffnet, erklärte ein Polizeisprecher unter Berufung auf Augenzeugen. In dem Gemeindehaus habe der Attentäter dann einen Sprengstoffgürtel gezündet. Trotz der großen Gewalt in Pakistans Grenzregionen gelten Anschläge in den Metropolen als selten.

Sorge vor noch höheren Opferzahlen

Die Sorge vor einer noch höheren Opferzahl war angesichts der vielen Verwundeten hoch. Viele befänden sich in einem lebensbedrohlichen Zustand, teilte ein Sprecher der Rettungskräfte mit. Rettungswagen eilten zum Anschlagsort. In einer Klinik in Islamabad wurde der Notstand ausgerufen, wie die pakistanische Zeitung «Dawn» berichtete. 

In den vergangenen Jahren kam es in der Atommacht Pakistan wieder vermehrt zu Gewalt und Anschlägen. Am vergangenen Wochenende kamen bei Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und mutmaßlichen Terroristen an verschiedenen Orten in der Unruheprovinz Baluchistan Dutzende Menschen ums Leben. In anderen Landesteilen verübte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Anschläge gegen Schiiten, die sie als Abtrünnige des Islams betrachten.

Schiitische Muslime stellen etwa 20 Prozent der fast 250 Millionen Einwohnern des südasiatischen Landes dar.