Die derzeit gesperrte deutsche Skilangläuferin Victoria Carl hat vor dem ersten Rennen bei den Olympischen Winterspielen am Samstag (13.00 Uhr) in Val di Fiemme den Kontakt zum deutschen Team gesucht. «Wir haben gestern in kleiner Runde gesprochen», sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder und berichtete von einer Videoschalte.

Olympiasiegerin Carl, die nach einer positiven Dopingprobe aktuell vom Wettkampf- und Trainingsbetrieb ausgeschlossen ist, wäre zumindest Anwärterin auf Edelmetall gewesen. Nun kämpft sie separiert mit aller Macht um eine Rückkehr.

«Es ist faszinierend, wie intrinsisch motiviert sie ist. Wie sie sich kleine Ziele setzt oder wieder etwas findet, woran sie sich hochzieht», sagte Schlickenrieder und schwärmt: «Da kann man nur den Hut ziehen und sich inspirieren lassen, dass man sich durch solche Rückschläge nicht unterkriegen lässt.»

Überraschendes Gold vor vier Jahren

Vor vier Jahren in Peking stürmte Carl im Teamsprint zusammen mit Katharina Hennig Dotzler überraschend zu Gold. Im vergangenen März wurde die 30-Jährige bei einer Kontrolle außerhalb des Weltcups positiv auf die verbotene Substanz Clenbuterol getestet. Das Kälbermastmittel ist ein Medikament, das in erster Linie zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma eingesetzt wird.

Die Nationale Anti Doping Agentur (Nada) erließ im vergangenen September einen Sanktionsvorschlag über zwei Jahre. Ein endgültiges Ergebnis steht noch aus.