Die Weltpolitik hat auch bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele von Mailand und Cortina eine hörbare Rolle gespielt. Beim Einlauf der Athletinnen und Athleten gab es für Israel deutliche Pfiffe und Buhrufe von den Rängen im Mailänder San-Siro-Stadion. Ebenso wurde gebuht, als beim Einzug des US-Teams auf den Videoleinwänden JD Vance zu sehen war. Der amerikanische Vizepräsident verfolgte die Zeremonie auf der Ehrentribüne. Die Sportlerinnen und Sportler aus den USA wurden hingegen kurz zuvor eher gefeiert.
Ukraines Fahnenträger: Leben von Menschen wichtiger als Sport
Besonders großen und langen Jubel bei der Athletenparade erhielt in Mailand die kleine Delegation aus der Ukraine. Der Skeletonpilot Wladislaw Heraskewitsch, der die ukrainische Fahne bei der parallelen Feier in Cortina d’Ampezzo trug, äußerte sich kurz vor Beginn der Zeremonie über die Lage seines Landes angesichts des russischen Angriffskriegs.
«Wir sollten verstehen, dass es eine extrem schwierige Zeit in der Ukraine ist und dass dies noch mehr Ehre und Verantwortung für mich bedeutet», wurde Heraskewitsch vom offiziellen Informationsdienst der Spiele zitiert. «Sport ist wichtig, aber das Leben von Menschen ist noch wichtiger, also unterstützt weiter die Ukraine.»
Vance war am Donnerstag in Mailand angekommen und hatte bei seinem Besuch unter anderem Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni getroffen. Aus Protest gegen die Anwesenheit von Beamten der US-Einwanderungspolizei ICE bei Olympia waren vor der Eröffnungsfeier mehrere Hundert Studenten durch Mailand gezogen. Die US-Einwanderungspolizei steht in der Kritik wegen ihres teils brutalen Vorgehens gegen Migranten in den Vereinigten Staaten, bei dem auch zwei Menschen getötet wurden.
