Christoph Baumgartner nahm die Glückwünsche seiner Teamkollegen entgegen, und von Kölns Fußballtrainer Lukas Kwasniok bekam er aus Spaß einen kleinen Schubser verpasst. Der Österreicher war beim 2:1 (1:0)-Sieg von RB Leipzig beim 1. FC Köln ohne Zweifel der Mann des Spiels: Vorn schoss er sein Team mit einem Doppelpack (29. und 56. Minute) wieder auf einen Champions-League-Platz – und hinten war er bei der kniffligsten Szene der Partie ebenfalls maßgeblich beteiligt.
«Da war schon einiges drin, gerade mit der Handspielsituation. Ich glaube, die letzten Wochen haben wir das Pech auf unserer Seite gehabt, der VAR war sehr gegen uns. Heute können wir auch mal glücklich sein», sagte Baumgartner bei DAZN.
Deswegen gab es Aufregung
In der 76. Minute hatte der Offensivspieler beim Stand von 2:1 für RB den Ball kurz vor der Linie an die Hand bekommen und damit verhindert, dass der Ball ins Tor ging. Schiedsrichter Frank Willenborg pfiff zwar zunächst nicht Elfmeter, hätte dies nach Intervention des Videoschiedsrichters aber sehr wahrscheinlich getan. Doch unmittelbar vor der Szene hatte es eine Abseitsposition der Kölner gegeben – so dass das Handspiel folgenlos blieb. Eine Zentimeter-Entscheidung.
Kölns Eric Martel verstand die Welt nicht mehr: «Das kannst du mir nicht erzählen, dass das Abseits ist. Als ob die Linie da einfach hingezogen wäre.» Baumgartner meinte: «Ich verstehe den Unmut der Kölner.»
Durch den Sieg endete für die Sachsen eine sportliche Mini-Krise mit zuvor zwei sieglosen Bundesliga-Partien. Für Köln traf Jan Thielmann (51.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Drei Tage vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale beim FC Bayern München am Mittwoch schob sich Leipzig in der Bundesliga-Tabelle am VfB Stuttgart vorbei auf Platz vier. Die Kölner verharren auf Rang zehn – mit nur vier Zählern Vorsprung auf die Abstiegszone.
Leipzigs Neuzugang Gruda gleich in der Startelf
RB-Coach Ole Werner hatte seine Startelf nach der 1:2-Pleite gegen Mainz 05 auf drei Positionen umgestellt. Unter anderem gab Benjamin Henrichs nach langer Verletzungspause sein Comeback und Neuzugang Brajan Gruda spielte bei seinem Debüt direkt von Beginn an.
Auch Kölns Trainer Kwasniok musste seine erste Elf neu sortieren. Er verzichtete zunächst auf den 18 Jahre alten Neuzugang Felipe Chávez vom FC Bayern, dafür stand Jung-Star Said El Mala in der Startelf.
Kölns Jungstar hat früh zwei Chancen
Und der 19 Jahre alte Kölner hatte schon früh die ersten Chancen. Doch sein Schuss nach fünf Minuten nach einem Konter war kein Problem für RB-Torhüter Peter Gulacsi. Auf der Gegenseite hatten die Gäste Pech, als Romulo nur den Pfosten (7.) traf.
Die Leipziger waren von Anpfiff an spielbestimmend, hatten viel Ballbesitz und stellten die Kölner Abwehr oft über die schnellen Offensivspieler um Yan Diomande vor Probleme. Doch zwingende Möglichkeiten blieben anfangs aus. Der Führungstreffer fiel auch nicht aus dem Spiel heraus, sondern nach einem Standard: Nach dem Freistoß von David Raum war Baumgartner mit dem Kopf zur Stelle.
Leipzig antwortet schnell auf den Ausgleich
Köln dagegen setzte auf ein schnelles Umschaltspiel – und El Mala hatte eine weitere Großchance (22.). Aber der Angreifer schoss den Ball aus halblinker Position am langen Pfosten vorbei. Erst unmittelbar nach der Pause übernahmen die Hausherren die Initiative und wurden durch den Ausgleichstreffer von Thielmann belohnt.
Aber die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten: Baumgartner mit einem Drehschuss nach Vorarbeit von Xaver Schlager brachte Leipzig nur fünf Minuten später erneut in Führung. Die Aufreger-Szene änderte am Ergebnis nichts mehr.
