Zwei Tage nach Bronze mit der deutschen Mixed-Staffel bekommt Biathlet Philipp Nawrath (32) bei den Olympischen Winterspielen in Italien gleich die nächste Medaillenchance. Im Gegensatz zu Justus Strelow (29) startet Nawrath am Dienstag (13.30 Uhr/ZDF und Eurosport) gemeinsam mit Philipp Horn (31), David Zobel (29) und Lucas Fratzscher (31) in Antholz auch im schweren Einzel über 20 Kilometer. Während Horn, Zobel und Fratzscher jeweils ihre Olympia-Debüts geben, fehlt Strelow überraschend.

«Das ist keine Entscheidung gegen Justus und gegen seine Qualitäten, die er unbestritten hat», sagte Sportdirektor Felix Bitterling. Allerdings sei die schwere Laufrunde in diesem Wettbewerb keine, die dem Sachsen besonders liegt. «Da würde die läuferische Lücke zu sehr aufreißen. Da wir den Justus definitiv im weiteren Verlauf der Olympischen Spiele brauchen werden, ist diese Entscheidung so ausgefallen», sagte Bitterling. Strelow habe die Entscheidung «wie ein Teamplayer akzeptiert».

Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Strelow schon am Freitag im Sprint wieder dabei ist. Seine Stärken liegen eher im schnellen Schießen als auf extrem anspruchsvollen Loipen.

Medaillen-Favoriten kommen nicht aus Deutschland

Nach dem überraschenden Bronze-Coup mit fehlerfreien Schießleistungen von Nawrath und Strelow am Sonntag gehören die Deutschen im Klassiker auf 1.600 Metern Höhe maximal zum erweiterten Favoritenkreis. Die aussichtsreichsten Anwärter auf Medaillen sind der französische Gesamtweltcupführende Eric Perrot, der Italiener Tommaso Giacomel und der Norweger Johan-Olav Botn.

«Es ist eher ein Rennen, das über den Schießstand entschieden wird. Ich hoffe, dass wir uns gut darauf einstellen im Team», sagte Nawrath, der bei einer Pressekonferenz im Deutschen Haus per Video zugeschaltet wurde. «Ich hoffe, dass ich das ganz gut hinbekomme.» Seine guten Schießleistungen in der Mixed-Staffel geben dabei Auftrieb: «Ich bin sehr motiviert und freue mich schon auf morgen.»