Alfred Gislason jubelte wie nach einem Tor. Dabei war dem Bundestrainer im entscheidenden EM-Hauptrundenspiel der deutschen Handballer gegen Frankreich nur ein neuerlicher Fauxpas erspart geblieben. Wie schon bei der Vorrunden-Niederlage gegen Serbien hätte sich Gislason bei einer Auszeit beinahe verzockt – doch dieses Mal drückte der Isländer den Buzzer gerade so im richtigen Moment. 

Entsprechend groß war die Erleichterung beim Bundestrainer. «Ich habe in meiner Karriere vielleicht zehnmal mit der Auszeit gezockt. Gegen Serbien war es das erste Mal, dass ich falsch gelegen habe. Deswegen hat es mich gefreut, dass es diesmal richtig war», begründete der 66-Jährige mit einem Lachen seinen emotionalen Ausbruch in der zweiten Halbzeit. 

Im Duell mit den Serben hatte Gislason beim Stand von 25:26 mitten in einen erfolgreichen Wurf von Juri Knorr hinein den Buzzer gedrückt und dadurch den Ausgleich verhindert. Deutschland verlor am Ende mit 27:30 und stand kurz vor dem frühen EM-Aus. 

Gislason: «Das war ein Risiko»

Beim 38:34-Sieg gegen Frankreich drohte beinahe das gleiche Szenario. Gislason löste das akustische Signal bei einem deutschen Angriff just in dem Moment aus, als Johannes Golla am Kreis angespielt wurde. «Das war ein Risiko. Hätte Golli den Ball gefangen und ein Tor gemacht, würde man anders darüber reden», sagte der Bundestrainer.

So blieben ihm eine neuerliche Diskussion und ein erneutes Schuldeingeständnis erspart. «Man muss als Trainer eine Entscheidung treffen und dazu stehen. Ich habe einmal falsch gelegen – das habe ich auf meine Kappe genommen», sagte Gislason im Rückblick.