Kailua-Kona (dpa) –
Patrick Lange hat einen bitteren Tränen-Abschied von Hawaii erlebt. Der dreimalige Ironman-Weltmeister musste auf der WM-Radstrecke mit Schmerzen aussteigen. Nach einem starken Auftakt stieg der 40-Jährige gebürtige Hesse noch aussichtsreich nach den 3,86 Kilometern Schwimmen aus dem diesmal sehr anspruchsvollen welligen Pazifik.
Auf der insgesamt 180,2 Kilometer langen Radstrecke verlor der Hawaii-Gewinner von 2017, 2018 und 2024 aber schnell immer mehr Zeit auf die Spitze.
Und dann das: Lange stand am Straßenrand nach nicht mal der Hälfte des zweiten Teilstücks. «Es geht nicht», sagte er zu seinem Coach Benjamin Reszel. Lange fasste sich immer wieder an den hinteren linken Oberschenkel bzw. unteren Rücken. Seine beste Disziplin sollte doch mit dem abschließenden Marathon erst noch folgen. Es kam anders.
Lange hatte in diesem Jahr schon mal die Probleme
«Im ersten Moment ist es unheimlich brutal», schilderte Reszel danach im Livestream des ZDF und erklärte: Es sei eine Krampfneigung «über die gesamte hintere Kette». Beide redeten miteinander, das Problem war in Texas in diesem Jahr schon mal aufgetaucht, Lange hatte damals aufgegeben.
Nun versuchte er es wieder. 2019 hatte er auch in Hawaii schon mal aufgeben müssen, damals als Sieger der beiden Vorjahre. Vor zwei Jahren hatte Lange erneut triumphiert und wollte das Rennen nun genießen und bestmöglich abschneiden.
Beim Wendepunkt kommt das Aus
«Jetzt kommt ein bisschen die Kehrseite der Medaille», sagte Reszel, ehe Lange erneut am Straßenrand stand. Den Kopf gesenkt, ein weiterer Betreuer war bei ihm. Dann fuhr er noch mal los, bog aber beim Wendepunkt in Hawi zwischen den grünen Pylonen durch ab – das war’s.
Lange stieg aus, er hielt sich die Hände vors Gesicht, griff sich an den Rücken und verschwand mit gesenktem Kopf. «Richtig bitter», kommentierte auch die ehemalige Hawaii-Gewinnerin Anne Haug als ZDF-Expertin.
