Paris (dpa) –
Wegen Cybermobbings und öffentlicher rassistischer Beleidigung gegen Frankreichs Judo-Star Teddy Riner hat die Pariser Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Die Behörde habe die Ermittlungen von sich aus aufgenommen, nachdem sie die Veröffentlichung «zahlreicher hasserfüllter Online-Beiträge» gegen den schwarzen Sportler festgestellt habe, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Auslöser dafür seien Äußerungen Riners in einer Fernsehsendung Mitte September gewesen. Dort hatte Riner von seiner «Angst» vor dem «Aufstieg der extremen Rechten» gesprochen, der ihn «in Panik versetzt». Der Sportler war daraufhin in rechtsextremen Medien und in den sozialen Netzwerken angegriffen worden. Die Ermittlungen habe die Zentralstelle zur Bekämpfung von Hasskriminalität und Verbrechen gegen die Menschlichkeit übernommen, erklärte die Staatsanwaltschaft.
Olympische Spiele in Los Angeles 2028 als krönender Abschluss?
Der fünfmalige Olympiasieger hofft, seine Karriere bei den Sommerspielen 2028 in Los Angeles mit einem weiteren Triumph zu beenden. Er habe mehrfach angedeutet, dass er sich danach möglicherweise in der Politik engagieren könnte, berichtete die französische Zeitung «L’Équipe».
In Frankreich hat die rechtsnationale Partei «Rassemblement National» zuletzt an Zuspruch gewonnen. Umfragen sehen ihre Kandidatin für die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr, Marine Le Pen, im ersten Wahlgang seit längerem auf Platz eins. Ein Aufrücken der Rechten ins höchste Staatsamt wird für möglich gehalten.
