Der frühere Erfolgstrainer von Angelique Kerber soll die deutschen Tennisspielerinnen im Billie Jean King Cup zurück in die Weltgruppe der Topnationen führen. Der 49-jährige Torben Beltz wird nach dpa-Informationen Nachfolger von Rainer Schüttler, der im November nach dem Abstieg zurückgetreten war. Vom 7. bis 11. April beginnt für die Auswahl in Portugal nach zuvor zwölf Jahren in der Elite-Gruppe der Weg zum angestrebten Wiederaufstieg.
Nachdem der Posten drei Monate unbesetzt war, kommt es damit zur naheliegenden Lösung. Beltz ist bereits seit Ende 2024 Chef-Bundestrainer der Frauen, damals folgte er auf Barbara Rittner. Eine Doppelrolle gibt es auch bei den Männern, dort arbeitet Michael Kohlmann seit Jahren als Chef-Bundestrainer und zugleich Kapitän des Davis-Cup-Teams.
Beltz feierte mit Kerber seine größten Erfolge als Trainer. 2016 führte er die Ex-Spielerin bei den Australian Open und bei den US Open zu zwei ihrer drei Grand-Slam-Titel. Mit Beltz stieg Kerber zur Weltranglistenersten auf.
DTB begründet die Wahl mit Expertise
Beltz sei ein «exzellenter Kenner der Szene», begründete DTB-Vorstand Veronika Rücker die Entscheidung. «Er kennt das Damen-Tennis aus unserer Perspektive wie kaum ein Zweiter in Deutschland.» Es biete zudem einen «ganz großen Mehrwert», dass Beltz als Chef-Bundestrainer bereits mit den aktuellen und den möglichen künftigen Spielerinnen des Teams zusammenarbeite.
Zu Vertragsdetails und Laufzeit machte der Verband keine Angaben. Co-Trainerin wird die frühere Doppelspezialistin Jasmin Wöhr.
Der Billie Jean King Cup hieß früher Fed Cup. Der letzte deutsche Triumph in dem Nationen-Wettbewerb liegt 34 Jahre zurück. 2014 verlor das DTB-Team mit Kerber, Sabine Lisicki, Andrea Petkovic und Julia Görges erst im Endspiel.
Kerber soll als Mentorin helfen
Kerber engagiert sich im DTB als Mentorin. Die zurückgetretene Spitzenspielerin und zweifache Mutter stehe im Austausch mit Beltz und werde laut Rücker in diesem Jahr erstmals für Lehrgänge zur Verfügung stehen.
Beltz muss indes den Generationswechsel vorantreiben. Momentan steht Eva Lys (24 Jahre/Platz 59) als einzige Spielerin, die jünger als 30 ist, unter den Top 60 der Welt. Ella Seidel (21/95.) hat den Sprung unter die Top 100 geschafft.
Die zwei Besten sind die Routiniers Laura Siegemund (37/52.) und Tatjana Maria (38/54.). Das ambitionierte Leistungssportkonzept des Verbands sieht vor, dass 2032 acht bis zehn Spielerinnen zu den Top 100 zählen.
