Beim VfB Stuttgart ist der Ärger über die Schiedsrichter-Leistung nach dem 3:3 in der Fußball-Bundesliga bei Schlusslicht Heidenheim groß. Stürmer Ermedin Demirovic regte sich vor allem über sein aberkanntes Tor wegen einer extrem knappen Abseitsposition auf. Der Stuttgarter Vorwurf über die Szene in der 73. Minute, nach der die VfB-Spieler schon das vermeintliche 3:2 bejubelt hatten: Die vom Video-Assistenten genutzte kalibrierte Abseitslinie soll beim falschen Heidenheimer Spieler angelegt worden sein.
«Ich habe es eben kurz im Fernsehen gesehen: Wenn das wirklich stimmt, dann ist das wirklich totaler Quatsch, was wir hier alles machen», schimpfte Demirovic. Tatsächlich legen TV-Bilder nahe, dass Heidenheims Omar Traoré im Moment der Ballabgabe etwas näher zum eigenen Tor stand als Stefan Schimmer, bei dem die Abseitslinie aber gezogen wurde. Schiedsrichter Sascha Stegemann, den Demirovic explizit in Schutz nahm, hatte das Tor nach Intervention des Kölner Kellers nicht gegeben.
«Nur noch darauf fokussiert, dass ihn einer anruft»
«Der Schiedsrichter kann gar nichts mehr selbst entscheiden, ohne ihm einen Vorwurf zu machen. Die sind nur noch darauf fokussiert, dass ihn einer anruft über sein Telefon. Und wenn die dann noch schlafen im Keller oder eine andere Linie ziehen, dann finde ich es mittlerweile wirklich Quatsch. Und dann frage ich mich wirklich, wo wir gelandet sind», echauffierte sich Demirovic.
Und weiter: «Ob es wirklich die richtige Entscheidung ist, alles dem Computer zu überlassen… Wenn das wirklich stimmt, dann ist das brutal bitter, dann tut’s mir weh. Dann sollte man sich was einfallen lassen für so einen Müll, den wir da wirklich machen.»
Der Schiedsrichter? «Die ärmste Sau auf dem Platz»
Auch beim Elfmeter für Heidenheim in der 34. Minute – ebenfalls nach Videobeweis – sahen sich die Stuttgarter benachteiligt. Der Schiedsrichter sei «die ärmste Sau auf dem Platz, weil er nichts mehr entscheiden darf, nichts mehr entscheiden kann. Weil es immer heißt: okay, der Videoschiedsrichter ruft mich schon an, wenn ich etwas falsch gemacht habe. Da frage ich mich, ob das die richtige Wahl ist», sagte Demirovic.
Stegemann hatte beim Heidenheimer Angriff zunächst nicht auf Strafstoß entschieden, im Gegenzug traf Demirovic zum vermeintlichen 2:1. Erst danach schaute sich Stegemann die Bilder an, revidierte seine Entscheidung, erkannte den VfB-Treffer ab und gab den Strafstoß. Diesen verwandelte Arijon Ibrahimovic zum zwischenzeitlichen 2:1 für Heidenheim.
