In Apfel, Möhre oder Brot mit Kruste zu beißen – das macht keinen Spaß, wenn einer oder gleich mehrere Zähne locker sind. Auch die Aussprache kann das beeinflussen.
Wie kommt es zu den Wackelkandidaten im Mund? Das sollten Betroffene zeitnah in der Zahnarztpraxis abklären lassen – auch, um das Problem dahinter möglichst rasch behandeln zu lassen, damit es nicht noch schlimmer wird.
Wenn Zähne durch Entzündungen an Halt verlieren
Die häufigste Ursache für lockere Zähne sind Entzündungen des Zahnfleischs (Gingivitis) oder des Zahnbettes (Parodontitis), wie die Zahnärztin Julia Thome vom Kölner Zahnmedizinzentrum Carree Dental sagt.
Bei beiden treiben Bakterien des Zahnbelags ihr Unwesen. Mit Folgen: «Diese Entzündungen führen dazu, dass das Zahnfleisch zurückgeht», so Thome. Bei einer Parodontitis baut sich sogar der Kieferknochen mit der Zeit ab. Kurz: Die Zähne verlieren an Halt.
Am besten werden Entzündungen schon vorher erkannt. Ein frühes Warnzeichen ist Julia Thome zufolge blutendes Zahnfleisch.
Zur Behandlung kommen unter anderem Zahnreinigungen, Antibiotika und desinfizierende Mundspülungen zum Einsatz. Immerhin: Leicht wackelnde Zähne festigen sich oft wieder von selbst, sobald die Entzündung eingedämmt ist.
Druck mit Folgen: Zähneknirschen
Auch nächtliches Zähneknirschen kann auf Dauer zu lockeren Zähnen führen. Durch das Pressen wirken enorme Kräfte auf Zähne und Kiefergelenk ein, viel stärker als beim Kauen. Das hat mit der Zeit unerwünschte Auswirkungen: Das Zahnfleisch geht zurück, die Zähne nutzen sich ab und können sich lockern, so Thome.
Wer knirscht, lässt sich am besten eine Kunststoffschiene anfertigen, die Zähne und Kiefergelenk entlastet. Ebenfalls wichtig: der Ursache hinter dem Knirschen auf den Grund zu gehen – oft ist es Stress.
Drei weitere Ursachen für lockere Zähne
- Zahnlücken: Zähne neben Zahnlücken verlieren Julia Thome zufolge oft ihren Halt und driften in die Nische. Daher ist wichtig, Zahnlücken zu schließen, etwa mit einer festsitzenden Brücke oder einem Implantat.
- Prothesen: Sitzt Zahnersatz schief oder locker, kann das die Zähne in Mitleidenschaft ziehen, an denen er befestigt ist. Zahnärzte haben etwa die Möglichkeit, den Zahnersatz mit speziellem Kunststoff zu unterfüttern. So sitzt er besser und belastet die umliegenden Zähne weniger.
- Wurzelspitzenentfernung: Lässt sich ein Zahn nicht durch eine klassische Wurzelkanalbehandlung retten, bleibt die Möglichkeit, die entzündete Wurzelspitze zu entfernen. Das kann allerdings dazu führen, dass der Zahn schlechter im Kiefer verankert ist – sich also lockert. Hier bringt das Einsetzen von Stiften oder Schienen wieder mehr Stabilität.
