Der FSV Mainz 05 hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga einen weiteren Befreiungsschlag verpasst und Trainer Urs Fischer zum 60. Geburtstag nicht mit einem Sieg beschenken können. Zum Auftakt des 23. Spieltages kamen die Rheinhessen gegen den Hamburger SV nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus. Der Aufsteiger ist damit seit sechs Spielen ungeschlagen.
Vor 33.305 Zuschauern brachte Nadiem Amiri die Mainzer in der 42. Minute in Führung, die Fábio Vieira (64.) ausglich. Während der FSV mit 22 Punkten weiter im Tabellenkeller festsitzt, haben die Hamburger bei einem Spiel weniger nun schon 26 Zähler auf dem Konto.
Gäste stehen im Stau
Vor dem Spiel erhielt Geburtstagskind Fischer in der Kabine unerwarteten Besuch von seinen beiden Töchtern. «Die Überraschung ist geglückt», sagte der Jubilar. Vom Verein gab es dann noch Blumen und Schampus.
Der HSV kam zu seinem ersten Auftritt in Mainz seit mehr als acht Jahren erst einmal zu spät. Weil der Teambus der Hamburger im Stau steckte, verzögerte sich der Anpfiff um zehn Minuten. «Optimal ist anders. Aber wir haben maximal Bock, unsere gute Form zu beweisen», sagte Gäste-Trainer Merlin Polzin.
Entsprechend couragiert begannen seine Schützlinge. Bereits in der vierten Minute bot sich Viera die erste Chance, doch der Portugiese scheiterte mit seinem Schuss am Mainzer Torwart Daniel Batz. Der 35 Jahre alte Routinier bewahrte sein Team nach 20 Minuten bei einem Versuch von Warmed Omari erneut vor einem Rückstand.
HSV dominiert, Mainz trifft
Die Mainzer, die zuletzt eine empfindliche 0:4-Pleite bei Borussia Dortmund kassiert hatten, taten sich in der Offensive schwer. Die HSV-Abwehr kam kaum in Bedrängnis, weil es den Hausherren an der nötigen Durchschlagskraft mangelte.
Erst nach einer halben Stunde verirrte sich erstmals ein Ball auf das Hamburger Tor. Der harmlose Schuss von Silas war kein Problem für HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes. Echte Chancen erspielte sich nur der Aufsteiger, doch auch Robert Glatzel konnte Batz aus aussichtsreicher Position nicht überwinden.
In der Schlussphase der ersten Halbzeit wurden die Zweikämpfe giftiger, was zu vielen Freistoß-Unterbrechungen führte. Und dann gab es doch noch einen spielerischen Leckerbissen: Bei einem gelungenen Angriff der Hausherren über die rechte Seite kam der Ball zu Danny da Costa, dessen halbhohe Hereingabe Amiri per Direktabnahme verwertete. Es war bereits das zehnte Saisontor des Nationalspielers.
Hamburg antwortet nach dem Wechsel
Nach dem Wechsel hatten die Gastgeber Glück, dass der bereits verwarnte Dominik Kohr bei einem Foul an Miro Muheim nicht die Gelb-Rote Karte sah. Kurz darauf holte Fischer den Verteidiger vorsichtshalber vom Feld, um nicht eine Unterzahl zu riskieren.
Das half aber nichts, denn der HSV kam nach gut einer Stunde zum Ausgleich. Ein eigentlich harmloser Freistoß von Vieira wurde von der Mainzer Mauer unerreichbar für Batz abgefälscht. Darauf hatten die Hausherren keine Antwort mehr.
