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Literaturnobelpreis wird verkündet: Wer macht das Rennen?

Stockholm (dpa) –

Das Geheimnis um den diesjährigen Literaturnobelpreis wird heute in Stockholm gelüftet. Frühestens um 13.00 Uhr verkündet die Schwedische Akademie, wer mit dem Preis geehrt wird, der als wichtigste literarische Auszeichnung der Welt gilt.

2025 hatte der ungarische Schriftsteller László Krasznahorkai den Literaturnobelpreis «für sein unwiderstehliches und visionäres Œuvre, das inmitten apokalyptischen Terrors die Macht der Kunst bekräftigt», bekommen. Zu den bekanntesten Werken des Autors gehören «Satanstango» und «Melancholie des Widerstands».

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Fällt die Wahl diesmal wieder auf eine Frau?

In den letzten Jahren hatte die Jury stets abwechselnd einen Mann und eine Frau geehrt. Vor Krasznahorkai hatte die Südkoreanerin Han Kang die Auszeichnung 2024 erhalten. Nach dieser Logik könnte es nun erneut eine Literaturnobelpreisträgerin geben. Es wäre die erste Frau, die in diesem Jahr einen Nobelpreis bekommt. Denn die wissenschaftlichen Nobelpreise gingen in den vergangenen Tagen ausschließlich an Männer.

Insgesamt sind Frauen in der Nobelpreisgeschichte extrem unterrepräsentiert – auch beim Literaturpreis: Nur 18 von 122 Preisträgern seit 1901 sind weiblich. Dabei mangelt es nicht an Kandidatinnen. In diesem Jahr kämen etwa die Kanadierin Margaret Atwood, die US-Amerikanerin Siri Hustvedt oder die Chinesin Can Xue infrage, meinte Literaturkritiker Denis Scheck: Alle drei Frauen hätten ein «beeindruckendes Werk».

Auf den Listen der Wettbüros stand kurz vor der Verkündung neben Can Xue auch die Kanadierin Anne Carson weit oben. Demnach könnten auch Gerald Murnane und Alexis Wright aus Australien, der langjährige Favorit Thomas Pynchon oder die auf der Karibikinsel Antigua aufgewachsene Jamaica Kincaid gute Chancen auf den prestigeträchtigen Preis haben. Doch wie Literaturkritiker Scheck es formuliert: Das Tippen auf einen Nobelpreisträger gleicht der «Kaffeesatzleserei». Denn die Schwedische Akademie lässt sich bei ihrer Auswahl nicht in die Karten gucken – und hat die Welt schon so manches Mal mit ihrer Entscheidung überrascht.

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Als Preisgeld winkt rund eine Million Euro

Seit Montag sind bereits Preisträger in den Kategorien Physiologie oder Medizin, Physik und Chemie verkündet worden. Darunter sind auch zwei Deutsche: Peter Hegemann und Georg Nagel bekamen den Medizin-Preis zusammen mit dem Amerikaner Karl Deisseroth für ihre Entdeckungen auf dem Feld der Optogenetik. Mit dem Physik-Nobelpreis wurde der belgisch-amerikanische Forscher Francis Halzen geehrt. Der Nobelpreis für Chemie ging an den Franzosen Henri Kagan und den Japaner Kenso Soai für entscheidende Grundlagen unter anderem für die Entwicklung von Medikamenten.

Nach dem Literaturnobelpreis steht am Freitag (9.10.) der Friedensnobelpreis an. Den Abschluss bildet der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften am kommenden Montag (12.10.).

Überreicht werden alle Preise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. Mit Ausnahme des Friedensnobelpreises, der in der norwegischen Hauptstadt Oslo verliehen wird, werden alle Auszeichnungen in Stockholm vergeben. Dotiert sind die Nobelpreise in diesem Jahr pro Kategorie mit zwölf Millionen schwedischen Kronen – umgerechnet rund einer Million Euro.

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