Istanbul (dpa) –
Nach den Razzien im türkischen Fußball müssen der Vorsitzende des zentralen Schiedsrichterausschusses MHK, Ferhat Gündogdu, und vier weitere Verdächtige in Haft bleiben. Das entschied ein Gericht in Istanbul, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Den Funktionären wird Urkundenfälschung, Vertrauensmissbrauch und die rechtswidrige Erlangung personenbezogener Daten vorgeworfen.
Zwei Verdächtige, die zuletzt ebenfalls festgenommen worden waren, kamen dagegen unter Auflagen wieder frei. Vorausgegangen waren Durchsuchungen in Istanbul, Ankara und zwei weiteren Städten. Neben Gündogdu sollen auch zwei Spitzen-Schiedsrichter unter den Verdächtigen sein. Zuständig für die Ermittlungen ist die Abteilung für illegale Wetten und Sportkriminalität der Staatsanwaltschaft Istanbul.
Der MHK ist das Gremium des türkischen Fußballverbands, das Schiedsrichter für Ligaspiele einstuft, einsetzt und deren Leistung bewertet. Ihre Entscheidungen stehen seit langem im Fokus der türkischen Vereine und Fans, die die Schiedsrichterbesetzungen häufig in Frage stellen. Ein Zusammenhang zum Skandal im türkischen Fußball wegen der Vorwürfe illegaler Sportwetten gegen Schiedsrichter, Spieler und Vereinsfunktionäre besteht ersten Erkenntnissen zufolge nicht.
