Vermischtes

«Öko-Test»: Präparate mit Zink und Vitamin C «überschätzt»

Frankfurt/Main (dpa/tmn) –

Überall hustet und schnieft es: Verständlich, dass man sein Immunsystem in der Erkältungszeit gut aufstellen will. Geht es nach «Öko-Test», legt man lieber nicht zu viel Hoffnung in Nahrungsergänzungsmittel mit Zink und Vitamin C (Ausgabe 11/2026). 

Die Zeitschrift ist der Frage nachgegangen, inwiefern Studien den Nutzen solcher Präparate belegen können. Zudem nahm «Öko-Test» die Vitamin-C- und Zinkgehalte von 21 Mitteln in den Blick. So viel vorweg: «Einen echten Mehrwert für die gesunde Allgemeinbevölkerung haben die Kombipräparate aus unserer Sicht nicht», schreibt das Test-Team. 

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Vitamin C: Statt Präparat lieber Paprika 

Zwar stimmt, dass eine gute Vitamin-C- und Zinkversorgung für das Immunsystem wichtig ist. Das schreibt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Nur: Kapseln, Brausetabletten und Co. braucht es dafür in aller Regel nicht – eine ausgewogene Ernährung reicht. 

Ein Vitamin-C-Mangel kommt laut der DGE in Industrieländern «praktisch nicht mehr vor». Um den Vitamin-C-Bedarf eines Tages zu decken, tun es laut der Fachgesellschaft schon halbe rote Paprika und ein kleines Glas Orangensaft. Weitere gute Lieferanten: Brokkoli, Tomaten, Spinat, Kohl und Kartoffeln. 

Zink: Bei veganer Ernährung kann es etwas tricky werden

Auch der Zinkbedarf lässt sich grundsätzlich über die Ernährung decken. Wer vegan oder vegetarisch isst, hat es aber etwas schwerer. Denn das Spurenelement ist vor allem in Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch und Eiern zu finden. 

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Zwar gibt es mit Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten auch pflanzliche Quellen. Sie enthalten aber Phytate, die Zink für den Körper schlechter verfügbar machen. Wer Hülsenfrüchte vor dem Kochen einweicht oder Vollkorngetreide im Sauerteigbrot zu sich nimmt, reduziert den Phytatgehalt allerdings, rät «Öko-Test». In Einzelfällen kann eine Supplementierung sinnvoll sein – dann aber nach ärztlicher Absprache. 

Können Erkältungen verkürzen, aber …

Was ist bekannt über den Nutzen von Vitamin-C- und Zinkpräparaten bei Erkältungen? «Öko-Test» spricht bei Vitamin C von überschaubaren Effekten. So geben Studien Hinweise darauf, dass die regelmäßige Einnahme von Vitamin C die Dauer von Erkältungen leicht verkürzen kann. 

Allerdings: Die Dosen, die dafür eingenommen wurden, liegen «Öko-Test» zufolge deutlich über der Höchstmengenempfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Die Behörde rät, am Tag maximal 250 mg Vitamin C über Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen. 

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Bei sehr hohen Dosierungen – von mehr als 2.000 mg – kann es zu Verdauungsbeschwerden wie Durchfall kommen. Immerhin: Kein Präparat in der «Öko-Test»-Auswahl enthält so viel. 13 von 21 sind aber, gemessen an der BfR-Höchstmengenempfehlung, überdosiert. 

Ganz ähnlich bei Zink: Studien deuten zwar darauf hin, dass die regelmäßige Einnahme die Erkältungsdauer leicht verkürzen kann – eindeutige Empfehlungen ergeben sich daraus aber nicht. Denn in den Studien wurden Dosen eingenommen, die zum Teil bei dauerhafter Einnahme sogar toxisch wirken können, so die Einschätzung des Immunologen Prof. Lothar Rink von der Aachener Universitätsmedizin in «Öko-Test». 

Mehr als 25 mg Zink täglich können etwa auf Dauer zu einem Mangel an Kupfer im Körper führen, das wichtig für die Blutbildung ist. Auch hier: Kein Präparat in der Auswahl ist so hoch dosiert. Dennoch überschreiten 11 der 21 Supplements die BfR-Höchstmengenempfehlung (maximal 6,5 mg täglich).

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Nicht selten: kritische Inhaltsstoffe

Noch ein Grund mehr, statt auf Nahrungsergänzungsmittel auf eine gesunde Ernährung zu setzen: Die Öko-Tester bemängeln bei zehn Mitteln kritische Inhaltsstoffe. So enthalten fünf Talkum, das auf EU-Ebene in absehbarer Zeit als «wahrscheinlich krebserregend» eingestuft werden könnte.