Kleine Kratzer ausbessern, die Oberfläche auffrischen und pflegen: Das soll bei Holzmöbeln mit speziellen Holzpflegeölen, Möbel- oder Arbeitsplattenölen gelingen.
Doch eine Untersuchung der Zeitschrift «Öko-Test» (Ausgabe 2/2026) lässt viele der Öle ganz schön alt aussehen: Sie enthalten teilweise Inhaltsstoffe, die Allergien auslösen, die Luft im Raum belasten oder als krebserregend und erbgutschädigend eingestuft sind.
Zwei Beispiele: Sechs der insgesamt 19 getesteten Produkte enthalten Phthalsäureanhydrid, das Augen und Atemwege reizen und zu allergischen Hautreaktionen führen kann. Zehn Öle haben einen verhältnismäßig hohen Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), die die Raumluft belasten – und den Öko-Testern zufolge sogar zum sogenannten «Sick-Building-Syndrom» führen können. Das geht demnach mit Müdigkeit und Kopfschmerzen einher.
Kritisches Öl im Öl?
Außerdem fanden die Öko-Tester in zwei Ölen erhöhte Kobalt-Werte, ein Produkt arbeitet mit einem künstlichen Moschusduft. Die darin enthaltene Moschusverbindung Galaxolid reichert sich der «Öko-Test» zufolge in der Umwelt an und beeinträchtigt wahrscheinlich das Hormonsystem.
Und auch ein Produkt mit Teebaumöl steht in der Kritik. Das ätherische Öl soll zwar antibakterielle Eigenschaften haben. Den Öko-Testern zufolge ist es aber schon länger dafür bekannt, häufig allergische Reaktionen auszulösen. Und auch «wegen seines reproduktionstoxischen Risikos» steht es in der Kritik. Das bedeutet: Punkteabzug.
Zwei Öle sind ungenügend
Der Überblick:
- Insgesamt fallen zwei der getesteten Öle als «ungenügend» durch
- zwei getestete Ölprodukte sind «mangelhaft»
- fünf sind «ausreichend»
- drei «befriedigend»
- Als «gut» bewerten die Öko-Tester zwei Arbeitsplattenöle und vier Holzöle.
Nur ein Produkt ist «sehr gut»: das farblose Arbeitsplattenöl Vincent von Hellweg. Es ist für hölzerne Arbeitsplatten, Möbel, Spielzeug und alle Hart- und Weichhölzer geeignet, so der Hersteller.
Ein Tipp der Öko-Tester vorm Ölen von Holzmöbeln: zunächst die Holzoberfläche anschleifen – erst mit gröberem, anschließend mit feingekörntem Schleifpapier.
Übrigens: Auch wenn es praktisch klingen mag – die Öko-Tester raten davon ab, Holzmöbel als Alternative zu den Möbelölen mit Pflanzenölen aus der Küche zu behandeln. Eine Ausnahme: Leinöl. Anders als etwa Oliven- oder Sonnenblumenöl macht es die Oberfläche nicht dauerhaft schmierig.
