Herzogenaurach (dpa) –
Bei einem unangekündigten Spontan-Auftritt vor den TV-Kameras hat Jürgen Klopp beim Abschlusstraining der Fußball-Nationalmannschaft die Vorfreude auf sein Debüt als Bundestrainer geschürt. «Wenn wir die nicht spüren würden, das wäre ein bisschen schade. Was draußen so besprochen wird, kriege ich nicht so mit. Aber wir spüren die schon», sagte Klopp über die neue Euphorie bei der DFB-Elf vor dem Neustart nach der WM-Enttäuschung am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL) in den Niederlanden.
«Die Jungs haben alle Lust, also dementsprechend empfinden wir Aufbruch», fügte Klopp an. Beim Abschlusstraining vor dem Abflug nach Holland waren alle 24 Spieler dabei. Es wurde bei den Übungen immer wieder laut gebrüllt und gelacht.
Die Euphorie gerade bei den Neulingen will Klopp mit eigenem Engagement fördern. «Ich gehe für die Jungs durchs Feuer. Wenn die Jungs alles geben, bin ich für Niederlagen verantwortlich – ohne Wenn und Aber», sagte er. Am Vortag hatte Neuling Philipp Treu gesagt, dass Klopp ein Trainer sei, für den man durchs Feuer gehe.
Keine Zweifel an Musiala-Einsatz
Positive Signale gibt es von Jamal Musiala. Der Bayern-Profi ist nach der Auszeit wegen seiner Absenzen bereit für die Länderspiele. «Es gibt keinen Grund, mit Jamal darüber zu sprechen, darüber nachzudenken. Es ist alles geregelt, alles gemacht. Was wir brauchen, ist Normalität, was der Junge braucht, ist Normalität. Die haben wir hier. Er trainiert ganz normal», sagte Klopp über den 23-Jährigen und deutete einen Startelfeinsatz gegen Oranje an.
Für ihn selbst sei die Rückkehr auf den Trainingsplatz keine große Herausforderung, versicherte Klopp auf dem Gelände in Herzogenaurach. «Ich war mir nicht sicher, ob irgendwas eingerostet ist, aber es geht. Zwei Jahre und drei, vier Monate habe ich nicht auf dem Trainingsplatz gestanden. Es geht. Es ist ein bisschen wie Fahrradfahren», sagte Klopp.
Vorteil im Vergleich mit Holland-Coach
Inhalte der Vorbereitung auf das Duell mit dem Erzrivalen in Amsterdam wollte Klopp nicht verraten. «Dass wir einen guten Fußball spielen wollen, ist klar. Ein bisschen überraschend wollen wir auch noch sein», sagte Klopp. Gegner Niederlande habe die gleichen Voraussetzungen. Aber er habe einen Vorsprung im Vergleich zu deren neuem spanischen Coach. «Ich kenne mehr Spieler von Holland persönlich als Xavi. Ob das ein Vorteil ist, weiß ich nicht, ein Fakt ist es trotzdem», sagte Klopp und erntete dafür wieder einmal viele Lacher.
